«Made in Germany»?: Wo unsere Autos wirklich gebaut werden

14.12.2011 17:55 Uhr | Aktualisiert 05.12.2012 16:58 Uhr
Die Produktion des Opel Astra könnte in Deutschland schon bald eingestellt werden. (FOTO: HERSTELLER) 
Opel steckt in der Krise, Werke müssen zusammengelegt werden. Der Bestseller Astra soll in Zukunft nicht mehr in Deutschland vom Band rollen, sondern in Großbritannien und Polen. Auch andere deutsche Automodelle werden inzwischen im Ausland produziert. Wir zeigen, wo unsere Autos gebaut werden.
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Halle (Saale)/MZ/DMN. 

Auf den Golf ist noch Verlass: Deutschlands meistverkauftes Auto ist tatsächlich „Made in Germany“. Im Stammwerk in Wolfsburg und in Zwickau rollt der Bestseller vom Band. Gleiches gilt auch für den Passat, der im VW-Werk in Emden zusammengeschraubt wird.

Ab dem zweiten Platz der deutschen Zulassungsstatistik (1. Quartal 2012) wird es allerdings schon schwierig mit der Produktzuordnung. Weil der Absatz stetig sinkt und die Werke bei weitem nicht ausgelastet sind, lässt der defizitäre Autohersteller Opel sein Hauptmodell Astra künftig aus Kostengründen nur noch in zwei Werken bauen.

Astra geht nach Ellesmere Port und Gliwice

Wahrscheinlich ist damit, dass der Verkaufsschlager bald nicht mehr in Rüsselsheim vom Band läuft, sondern nur noch im englischen Ellesmere Port und im polnischen Gliwice (Gleiwitz), wo bisher schon die Schwerpunkte der Produktion liegen.

Der Astra befindet sich damit in bester Gesellschaft. Auch der VW Polo wird von den meisten Autokäufern sicherlich als typisch deutsches Produkt gesehen, seine Wurzeln liegen aber tatsächlich in Spanien. Produziert wird er nicht in Wolfsburg oder einem anderen Produktionsstandort von VW in Deutschland, sondern im spanischen Pamplona.

Premium aus dem Ausland

Der Polo befindet sich damit in bester Gesellschaft. Auch deutsche Premiumhersteller lassen inzwischen viele ihrer Modelle im Ausland produzieren. So kommen alle großen X-Baureihen von BMW aus den USA. X5, X6 und auch der kleinere X3 werden in Spartanburg im Bundesstaat South Carolina produziert.

Bei Audi bleibt man mit der Produktion der meisten Modelle zumindest noch in Europa. So kommt der neue Q3 aus dem spanischen Martorell, wo unter anderem auch die andere VW-Tochter Seat die Modelle Ibiza, Léon, Altea und Exeo zusammenschraubt. Sportliche Modelle wie der TT, der RS3 und das A3 Cabrio kommen dagegen aus Györ in Ungarn.

Produktion geht nach Asien

Zukünftig werden viele unserer Autos auch im asiatischen Raum produziert. Bestes Beispiel ist hier der neue VW Up!: Bislang wird der City-Flitzer ausschließlich in Bratislava in der Slowakei produziert. VW plant allerdings weitere Werke in Russland und Indien.

Wo rollen unsere Autos vom Band? Wir zeigen einige Modelle und ihre Produktionsstandorte unten in der Bildergalerie.