A-Klasse & Co.: Die Renner der Golf-Klasse

01.02.2011 18:23 Uhr | Aktualisiert 01.06.2012 16:52 Uhr
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TEAS MZ_A-Klasse Kraftprotz

Immer mehr Hersteller setzen auf bezahlbare leistungsstarke Kompaktsportler, zum Beispiel Mercedes mit der kommenden A-Klasse „powered by AMG“.

Die Oberklasse-Hersteller wie Audi, BMW, Mercedes und ihre Haustuner interessieren sich immer stärker für ein neues Auto-Segment: die Golf-Klasse. Zunehmend setzen sie auf bezahlbare Boliden mit mehr bis zu 340 PS.
HALLE (SAALE)/MZ/DPA/DMN. 

Mit Hochleistungsvarianten von Autos wie dem 1er BMW, dem Audi A3 oder der Mercedes A-Klasse drängen Autohersteller und ihre Werkstuner in die Kompaktklasse. So wollen sie den Flottenverbrauch senken und auch zahlungsschwächeren Kunden den Markeneinstieg erleichtern.

„Bei den Herstellern im gehobenen Preissegment ist seit einigen Jahren ein verstärkter Fokus auf die kleineren Fahrzeugklassen zu beobachten“, sagt Analyst Henner Lehne vom Prognoseinstitut IHS Automotive. „Die Unternehmen haben festgestellt, dass die Premium-Assoziationen speziell in urbanen, gesättigten Märkten nicht mehr zwingend mit der Fahrzeuggröße zusammenhängen.“ Gerade mit den noblen Kompakten lasse sich Geld verdienen.

Damit die Kunden entsprechend viele Kreuzchen auf der Ausstattungsliste machen, müssten die Fahrzeuge über das richtige Image verfügen. „Und mit kaum etwas kann man das Image einer Modellreihe besser aufladen als mit den sogenannten Pocket Rockets“, sagt Lehne mit Blick auf die kompakten Kraftmeier. Außerdem lassen sich so neue Kundengruppen erreichen, denen größere Modelle der Werkstuner schlicht zu teuer sind.

Paradebeispiel 1er BMW

Die Leistung 1er M Coupé als Einstiegsmodell der M GmbH liegt auf dem Niveau des ersten M3: Ein 3,0 Liter großer Sechszylinder sorgt mit 340 PS für rasanten Vortrieb bis 250 km/h. In diesem Sommer läuft das M1 Coupé aus.

Dafür bringt BMW mit dem M 135i im September 2012 einen kompakten Sportler auf den Markt, der auf dem aktuellen 1er Dreitürer basiert. Der M 135i ist unterhalb der M-Modelle angesiedelt und hält mit 320 PS einen kleinen Respektsabstand.

Auch Mercedes-Ableger AMG arbeitet an einem kraftvollen Kleinwagen. „Bislang haben A- und B-Klasse nicht unbedingt zu unserem Markenkern gepasst“, sagt Firmenchef Ola Källenius. Doch die neue, deutlich flachere und sportlichere A-Klasse macht die Kompaktklasse zum attraktiven Einstiegssegment für AMG. Zum Marktstart der A-Klasse im September 2012 wir des ein Modell „powered by AMG“ mit 211 PS geben. Auch ein erstes echtes AMG-Modell der A-Klasse wird wohl schon 2012 präsentiert. Es soll 320 PS stark sein und wurde bereits als Erlkönig gesichtet.

Kosmetik für Verbrauchsstatistik

Nachgeschärfte Kompakte beeinflussen natürlich auch die Verbrauchsstatistik der Werkstuner: So ist das BMW 1er M Coupé mit einem Verbrauch von 9,6 Litern (CO2-Ausstoß 224 g/km) rund 30 Prozent sparsamer als der M3. Auch damit rüsten sich die Unternehmen für die Zukunft, ist Analyst Lehne überzeugt: „In ein paar Jahren, wenn die CO2-Grenzwerte tatsächlich signifikante Auswirkungen auf die Größe neuer Fahrzeuge haben, wird es eine Rolle spielen, wer welches Image in den unteren Segmenten aufgebaut hat.“

Dass mit den aktuellen und angekündigten Modellen das Ende der Fahnenstange nicht erreicht ist, zeigen die Hersteller immer mal wieder mit spektakulären Einzelstücken: So hat Volvo mit dem schwedischen Rennstall Polestar einen C30 mit einem 411 PS starken Turbo-Fünfzylinder aufgebaut. Und Audi hat seine Studie Quattro Concept mit einem auf 408 PS getunten RS3-Motor ausgestattet, der dank konsequentem Leichtbau und 1300 Kilogramm Gewicht mehr als 300 km/h ermöglicht, so Projektleiter Stephan Reil.

Bei Mercedes haben Auszubildende im Werk Rastatt schon mal eine AMG-Entscheidung vorweggenommen und einer B-Klasse einen Achtzylinder mit 388 PS verpasst. Laut Ausbildungsleiter Andreas Würz hat das überraschend gut funktioniert – rein rechnerisch sollte der Kompakte damit mehr als 270 km/h schaffen. Aber Würz muss B-Klasse-Fahrer mit schwerem Gasfuß enttäuschen: „Unser B 55 fährt nur auf dem Werksgelände und wird definitiv nie in Serie gehen.“