Offroad-Blender: Diese Autos sehen nach Gelände aus

30.04.2012 13:59 Uhr | Aktualisiert 30.04.2012 14:06 Uhr
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TEAS MZ Gelaendewagen

Cross-Modelle wie der Passat von VW sind keine reinrassigen Offroader. Sie bieten lediglich etwas mehr Bodenfreiheit, Sonderausstattung und robsute Optik. (FOTO: HERSTELLER)

Viele Autos nennen sich Geländewagen, doch auf Matsch und Geröll kommen sie nicht wirklich weit. Die Hersteller legen diese Gelände-Blender auf eine robuste Optik aus, um das Lebensgefühl bestimmter Käufer-Schichten anzusprechen.
Halle (Saale)/MZ/DPA/DMN. 

Michael Arand, Pressesprecher bei Volkswagen, macht keinen Hehl daraus, dass die Cross-Varianten der Modelle Golf Plus, Touran, Polo und bald wohl auch des VW Up, nicht wirklich fürs Gelände gemacht sind. „Es wird niemand versuchen, mit einem CrossPolo die Dakar zu gewinnen“, sagt er. Es gehe neben der Ästhetik eher darum, dass Fahrer „auf dem Feldweg ein besseres Gewissen“ haben. Denn immerhin ist die Bodenfreiheit um 15 Millimeter vergrößert.

„Die Hersteller suggerieren mit solchen Autos einen gewissen Lebensstil - nach dem Motto: Du bist so frei, du bist so ausdrucksvoll“, sagt Nick Margetts, Geschäftsführer der Marktforschungsfirma Jato Dynamics. Vielen Kunden reiche die rustikale Optik völlig aus. Ein Allradantrieb sei oft gar nicht erwünscht, weil teuer in der Anschaffung und kaum von praktischem Nutzen im Alltag.

Wenn es um die Geländetauglichkeit geht, dürfen Kunden von dem Ende März eingeführten Passat Alltrack schon etwas mehr erwarten, obwohl auch dieser Wagen weit von den Offroad-Fähigkeiten eines Land Rover Defender, Toyota Land Cruiser oder Mitsubishi Pajero entfernt ist. Für mindestens 33.450 Euro gibt es den Passat mit drei Zentimetern mehr Bodenfreiheit, Unterfahrschutz an Front und Heck sowie mit einem um Offroad-Funktionen wie Bergabfahrhilfe erweitertes Stabilitätsprogramm. Für den Basisbenziner ist allerdings kein Allradantrieb erhältlich.

SUVs sind keine Offroader

Allrad ist beim ebenfalls erst kürzlich gestarteten Audi A6 Allroad serienmäßig an Bord. Der Geländekombi der Bayern hat neben der Bergabfahrhilfe einen stabilen Unterbodenschutz aus Edelstahl sowie sechs Zentimeter mehr Bodenfreiheit. Allerdings kostet der Wagen mit einem Basispreis von 54.600 Euro deutlich mehr als der Gelände-Passat.

Auch SUVs sind nicht unbedingt für Fahrten durch schweres Gelände geeignet. Zwar kommen die hochbeinigen Autos echten Offroadern am nächsten, und einige Modelle wie der BMW X5 oder Mercedes ML machen im Gelände laut Margetts tatsächlich eine gute Figur. Doch eigentlich geht es darum, dem Fahrer „durch möglichst viel Auto um ihn herum“ ein Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr zu vermitteln, sagt er. Der Offroad-Einsatz sei hierzulande ohnehin ein seltenes Szenario: „Der steht vielleicht mal an, wenn der Vater mit der Tochter den Pferdeanhänger zur Koppel zieht.“

Allrad oft nur auf Wunsch

Deshalb verwundert es nicht, dass der Allradantrieb für viele SUVs nur optional angeboten wird. „Früh damit begonnen haben die Koreaner“, sagt Margetts. So gibt es etwa den Hyundai ix35 oder die Kia-Modelle Sportage und Sorento wahlweise mit Front- oder Allradantrieb. Und auch beim VW Tiguan oder dem für Mai angekündigten Citroën C4 Aircross kann der Kunde frei entscheiden.

Selbst Land Rover folgte diesem Trend: Der Range Rover Evoque wird in der ab 33.100 Euro erhältlichen Basisversion als Fronttriebler ausgeliefert. Es gibt ihn sogar als Coupé: Der Verzicht auf zwei Türen und drei Zentimeter Kopffreiheit im Fond kostet 1000 Euro extra. Der nächste Schritt könnte ein Evoque Cabrio sein – eine Studie dafür hat Land Rover im März auf dem Genfer Autosalon gezeigt.