Volkswagen: Mit dem Golf GTI Cabriolet sportlich in die Sonne

12.07.2012 16:41 Uhr | Aktualisiert 12.07.2012 16:42 Uhr
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Golf GTI Cabrio

Heckansicht des Golf GTI Cabrio (FOTO: MZ)

Von Michael Specht
Aus Wolfsburg gibt es jetzt wieder einen GTI für das Oben-ohne-Vergnügen. Die Preise beginnen bei 31 350 Euro.
Halle (Saale)/MZ. 

Auf die Fans gehört haben offensichtlich Volkswagens Entwicklungschefs bei der Konzeption des Golf GTI Cabriolet. Ansonsten wäre die Welt wohl um ein Spaßauto ärmer. Um dem Projekt Vorschub zu leisten, präsentierten die Wolfsburger auf dem GTI-Treffen am Wörthersee ihren Anhängern im vorigen Jahr die Studie eines offenen GTI. "Anfangs waren wir uns gar nicht sicher, ob die Jungs überhaupt ein Cabrio akzeptieren würden", sagt Hendrik Mühe vom Produktmarketing, "doch die Resonanz war einfach überwältigend." Damit gab auch der Vorstand grünes Licht für das erste Cabrio der GTI-Geschichte, das Mitte Juni zum Preis ab 31 350 Euro beim Händler steht.

Die Buchstabenkombination "GTI" gehört zu den berühmtesten Kürzeln der Autobranche, und ließ schon vor mehr als dreieinhalb Jahrzehnten die Landjugend nicht mehr ruhig schlafen. GTI (Grand Tourismo Injektion) entwickelte sich zur Weltanschauung.

Das Wolfsburger Original kam 1976 auf den Markt, anfangs nur in Rot und Silber, mit mattschwarzer Folie auf der Heckklappe, 175er-Breitreifen (noch im bescheidenen 13-Zoll-Format), schwarzen Plastik-Radläufen und Frontspoilerlippe. Innen sorgten ein Dreispeichen-Lenkrad, eine zusätzliche Instrumenten-Konsole und Sportsitze mit Karo-Stoff für eine Prise Rennluft. 110 PS und 810 Kilo erwiesen sich als eine brisante Mischung, die sich für 13 850 Mark (fast) jeder leisten konnte. Wen wundert es da noch, dass dieser Kompakt-Sportler sich mit Höchstdrehzahl in die Herzen seiner Fans fuhr? Mehr als 1,8 Millionen Käufer kürten den GTI seit über drei Jahrzehnten zum Bestseller in seinem Segment.

Die Cabrio-Version dürfte weiter zum Erfolg beitragen. Das von Audi entwickelte, 155 kW / 210 PS starke Zweiliter-Turbo-Aggregat ist primär nicht auf hohe Leistung, sondern auf Laufruhe und Drehmoment getrimmt. Wie im geschlossenen GTI überzeugt der TSI-Motor auch im Cabrio durch eine geradezu lässige Leistungsentfaltung und überraschende Geschmeidigkeit. Turboloch? Fehlanzeige. Schon kurz über Leerlauf baut der Vierzylinder mächtig Schub auf und dreht spielerisch hoch, stets untermalt von einem sonoren und kernigen Sound. Lenkung und Schaltung arbeiten präzise und leicht, so dass besonders auf kurvenreichen Landstraßen das GTI Cabrio seinem Fahrer einen Genuss serviert, wie es selbst manch doppelt so teure Sportwagen nicht erreichen. Und erst recht dann, wenn bei der Bestellung des GTI Cabrio beim Doppelkupplungsgetriebe ein Kreuzchen erfolgte.

Wie schon beim geschlossenen Golf GTI - seit 2009 in sechster Generation auf dem Markt - ließen die Strategen von Volkswagen auch beim Cabrio keine Gelegenheit aus, Tradition zu vermitteln. Ein absolutes Muss sind dabei die roten Streifen und das GTI-Zeichen im Grill. Auch die hochkant gestellten Nebelscheinwerfer, die zusätzlichen Lufteinlässe in der Front und die beiden dicken Auspuffrohre am Heck unterscheiden das GTI Cabriolet von seinen Normalo-Brüdern. Nicht jeder allerdings wird bei den Rädern vom Typ "Denver" und "Detroit" vor Begeisterung auf die Knie fallen. Doch das Lochscheiben-Styling im Hufeisen-Form soll dem GTI seinen unverwechselbaren Auftritt geben.

Auch im Innenraum herrscht GTI-Kultur pur. Als Hommage an den Ur-GTI erhielten die Sportsitze Karomuster. Rot abgesetzte Nähte zieren nicht nur den Handbremshebel, die Schaltmanschette, die Sitzflanken und die Armauflage, sondern auch das dicke, unten abgeflachte Lederlenkrad. Und nicht zuletzt überzeugt der bislang sportlichste Ableger des Golf Cabrios durch hochwertige Materialien und sorgfältige, VW-typische Verarbeitung. Wer jedoch jetzt glaubt, das Ende der Fahnenstange wäre mit dem GTI Cabrio erreicht, irrt. 2013 soll das Golf R Cabrio mit rund 270 PS folgen.