Auf dem Universitätsplatz findet ein Bühnenprogramm statt. (FOTO: MZ)
Was haben Joghurt, Schokostreusel und Kirschen mit Deformation im Gestein zu tun? Ist Leben auf dem Mars ein Zukunftsprojekt oder nur Science Fiction? Am Anfang war das Wort - warum? Diese Fragen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Programm der Langen Nacht der Wissenschaften, die dieses Jahr zum elften Mal in die Universitätsstadt Halle einladen. Insgesamt warten mehr als 300 Veranstaltungen an 75 Einrichtungen zwischen 18 und 1 Uhr auf Besucher. Busse pendeln zwischen den Orten des Geschehens, der Eintritt ist kostenfrei.
In diesem Jahr stehen viele Veranstaltungen unter dem Motto des Wissenschaftsjahres 2012 "Zukunftsprojekt Erde". Die MZ stellt eine Auswahl vor.
Ernst-Grube-Straße:
Am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften dreht sich alles um Biokohle. Immer zur vollen Stunde, beginnend 19 Uhr, wird der Film "Biokohle - Ein Weg aus der Klima- und Nahrungskrise?" gezeigt. Das Universitätsklinikum bietet ab 18 Uhr eine Nachtsprechstunde an sowie "Spitzenmedizin zum Anfassen, Mitmachen und Verstehen" von 19 bis 22 Uhr.
Weinberg-Campus:
Ein Höhepunkt am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) ist die Straße der Experimente, die sich an alle Altersgruppen richtet. Hier erfährt man warum manche Blüten leuchten oder welche Farben in Blättern sind. Letztere Frage ist auch Thema bei der Präsentation "Blattgrün ist nicht gleich Blattgrün". Wenige Meter entfernt laden der Verein "weinberg campus" und das Hochschulgündernetzwerk "Univations" zu Führungen, Vorträgen und kulinarischen Genüssen ein. Gesundheitsthemen stehen bei den ab 18 Uhr halbstündlich beginnenden Vorträgen im Vordergrund. Ein Muss ist hier die Gründerlounge, die das Potenzial junger Unternehmen aus der Region und viele kreative Ideen zeigt. Am Institut für Biochemie ist Mitmachen angesagt: Ein Quiz für Einsteiger und Fortgeschrittene sowie die Schablonenversuche von Julius Sachs und Hans Molisch laden dazu ein. Das Planetarium ermöglicht den Blick in den Sternenhimmel über Halle - bei schlechtem Wetter im Kuppelsaal, bei gutem draußen auf der Wiese.
Campus Heide-Süd:
Am Institut für Geowissenschaften ist ebenfalls Interaktion angesagt: So kann man sich unter anderem auf Spurensuche in der Welt der Dinosaurier begeben, das eigene Wissen in einem Quiz testen, an einer Führung durch den Geologischen Garten teilnehmen (stündlich, ab 18 Uhr) oder Gold waschen. Eine Empfehlung ist das Konzert "Steinstaub kommt in Bewegung", welches um 22.40 Uhr beginnt. Experimente zum Staunen, Anfassen und Mitmachen gibt es am Institut für Physik. Zudem widmet sich um 20 Uhr ein Vortrag dem Leben auf dem Mars und um 21 Uhr wird die Experimentalphysik-Trickkiste geöffnet.
Mühlweg:
"Viel mehr als nur Worte - Über die Rhetorizität der Stimme" heißt der Vortrag, zu dem die Sprechwissenschaften einladen. Es wird vor allem darum gehen, wie stimmliche Mittel - bewusst und unbewusst - Verstehen, Meinung, Interesse oder Sympathie beeinflussen. Beginn ist 19.45 Uhr.
August-Bebel-Straße:
Das Institut für Altertumswissenschaften widmet sich um 18 Uhr der Lebensgeschichte des Gautama Buddha - von seiner Geburt als Prinz über die "Erleuchtung" bis hin zum Nirvana. "Mythen aus der Urheimat - Woher kamen die Indoeuropäer?" heißt ein Vortrag, der um 20 Uhr im Institut für Indogermanistik beginnt.
Universitätsplatz:
An diesem Abend sind alle Räume der Zentralen Kustodie geöffnet. Die Schatzkammer mit der Ausstellung zur 500-jährigen Universitätsgeschichte, der Historische Hörsaal, der Historische Sessionssaal und die Aula können besichtigt werden. Ebenso ist die Ausstellung "Himmlischer Elefant" zugänglich. Sie zeigt eine umfangreiche private Grafiksammlung, die der Universität geschenkt wurde. Zu empfehlen ist der Vortrag des Instituts für Germanistik "Vom Entstehen und vom Ende der Welt - Zur Literatur des Mittelalters", der um 19 und 21 Uhr zu hören ist.
Joliot-Curie-Platz:
Die Vorträge bei den Wirtschaftswissenschaften stehen ganz im Sinne des Wissenschaftsjahres: "Die Ökonomie der Biodiversität und der Ökosysteme", 19 Uhr; "Klimawandel - Herausforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement", 20 Uhr; "Pfadfinder im Dschungel des Krankenhauses", 21 Uhr; "Nachhaltig vor die Wand? - Denkfehler in der Wirtschaftspolitik", 22 Uhr, und "Der Einsatz integrierter Managementsysteme als betrieblicher Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung", 23 Uhr.
Franckeplatz:
Das Programm der Erziehungswissenschaften "Theobald und Dorothea - wie zwei kleine Drachen Kinder beim Übergang in die Schule begleiten" lädt ab 18 Uhr Familien mit Kindern zum Mitmachen ein. An der Theologischen Fakultät berichten ab 20.30 Uhr Austauschstudierende von ihren Eindrücken aus Tansania. Zudem wird um 22 Uhr der Film "Am Anfang war das Wort. Warum?" gezeigt. Highlight ist der in den Franckeschen Stiftungen ausgetragene "Science Slam" ab 22 Uhr. Wie beim Vorbild, dem Poetry Slam, handelt es sich um einen Wettbewerb im Vortragen. Statt Poesie kommt jedoch Wissenschaft auf die Bühne. Maximal zehn Minuten stehen jedem Referenten zur Verfügung, um das jeweilige Forschungsthema vorzustellen und mit Witz und Geist die Zuschauer zu gewinnen.