Master Sozialarbeit: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

16.08.2012 17:47 Uhr | Aktualisiert 16.08.2012 17:53 Uhr
Jörg Kirbs(FOTO: ARCHIV/WÖLK) 
Der einmalige Master Systemische Sozialarbeit an der Hochschule Merseburg steht vor dem Aus. Ob er fortgeführt wird, ist ungewiss.
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MERSEBURG/MZ/FHO. 

"Der Studiengang wird leider nicht mehr durchgeführt" ist auf der Webseite des Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit zu lesen. Die Gründe sind, so steht es auf der Webseite, zu wenig Bewerber und die "unerwartet von der Hochschule zusätzlich erhobenen Kosten in beträchtlicher Höhe". Das vermeintliche Aus des Studiengangs kommt unerwartet. 2009 startete die Systemische Sozialarbeit erstmals an der Hochschule Merseburg (HS), 2011 legten die damals 25 Studenten ihre Abschlussarbeiten vor. Aufgrund seiner Inhalte ist der Studiengang deutschlandweit einmalig. Er verknüpft Soziale Arbeit mit systemischen Methoden und Theorien. Einmalig und unwiederholt?

Noch im April dieses Jahres hatte es eine Informationsveranstaltung gegeben, denn im Wintersemester 2012 / 13 sollte der zweite Durchgang starten. Doch dann wurde seitens der HS ein Teil der Einnahmen aus dem kostenpflichtigen Studiengang für Gemeinkosten (Raummiete, Besetzung des Sekretariats etc.) eingefordert. Bislang wurden diese Kosten nicht erhoben, erst seit einer Gesetzesänderung im vergangenen Jahr ist die HS verpflichtet, diese einzufordern. Zudem darf sie selbst kein Geld beisteuern, da es sich um einen Weiterbildungsstudiengang handelt, der sich selbst tragen muss.

Für Professor Johannes Herwig-Lempp, Leiter und Initiator des Studiengangs, ist dies zwar nachvollziehbar, allerdings kann er die von der Hochschule geforderte Festsumme - ungefähr 10 000 Euro - nicht aufbringen. Zumal bereits im Vorfeld 5 000 Euro für die Vorbereitung des Masters (Werbung) investiert wurden. Herwig-Lempp bedauert, dass der Master eingestellt wurde und Absagen an die Bewerber verschickt werden mussten. Er sieht derzeit jedoch keine Möglichkeit, den Studiengang fortzuführen. "Man ist leider noch nicht bereit in Weiterbildungen im Bereich Sozialarbeit so viel Geld zu investieren", sagt er. Allein die Akkreditierung habe damals 12 000 Euro gekostet. Rektor Jörg Kirbs spricht sich dennoch für den Erhalt des Masters aus: "Wir wollen den Studiengang fortführen. Wir wissen nur noch nicht wann." Da es sich um einen kostenpflichtigen Weiterbildungsstudiengang handelt, müsse man sich nicht an die Semesterzeiten halten. "Ein Beginn wäre im März 2013 denkbar", so der Rektor. Fest stehe dieser Termin jedoch noch nicht.