Universität Halle: Leipziger Jugendamtsleiter geht gegen Entzug des Doktortitels vor

28.06.2012 17:59 Uhr | Aktualisiert 28.06.2012 18:01 Uhr
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Siegfried Haller

Siegfried Haller, Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung der Stadt Leipzig auf einer Pressekonferenz zu Plagiatsvorwürfen bezüglich seiner Dissertation. (ARCHIVFOTO: DAPD)

Der Leipziger Jugendamtsleiter Siegfried Haller geht gegen den Entzug seines Doktortitels durch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vor.
Halle (Saale)/Leipzig/dpa. 

„Er hat über seinen Anwalt Widerspruch gegen die Aberkennung eingelegt“, sagte ein Sprecher der Universität in Halle am Donnerstag. Der Promotionsausschuss der Universität hatte im April einstimmig entschieden, den 2003 erworbenen Doktortitel abzuerkennen. Haller habe diesen durch Irreführung und Täuschung erworben, in seiner Doktorarbeit seitenweise abgeschrieben und sich nicht an die Zitierregeln gehalten, hieß es zur Begründung. Haller hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Plagiatsvorwürfe gegen ihn waren im Sommer 2011 auf der Online-Plattform VroniPlag bekanntgeworden. Hallers Doktorarbeit mit dem Titel „Das Sanierungsgebiet Hemshof in Ludwigshafen am Rhein. Eine Bilanz von 30 Jahren baulicher Erneuerung und sozialer Veränderung“ war an der philosophischen Fakultät der Universität Halle im Jahr 2003 geprüft worden. Nach Angaben des Universitätssprechers wird sich der Promotionsausschuss mit Hallers Widerspruch beschäftigen, innerhalb von drei Monaten müsse es eine Entscheidung geben.

Der Ausschuss werde aber voraussichtlich schon bis zum Ende der Vorlesungszeit zu einer Sitzung zusammenkommen. Wann dies genau sein werde, stehe noch nicht fest. Die Vorlesungszeit ende an der Universität in Halle am 20. Juli. Bleibe der Ausschuss bei seiner Meinung, könne Haller vor dem Verwaltungsgericht klagen, sagte der Universitätssprecher zum juristischen Prozedere.