3. Liga: HFC-Konkurrenz holt Hochkaräter

06.06.2012 20:57 Uhr | Aktualisiert 06.06.2012 21:28 Uhr
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Freddy Borg

Mit Rostock abgestiegen, jetzt in Aachen: Stürmer Freddy Borg. (ARCHIVFOTO: DPA)

Von Karl Ebert
In der dritten Liga ist der Personalwechsel in vollem Gange. Vor allem die Zweitliga-Absteiger sind mächtig aktiv. Aber auch Kleine machen Schnäppchen
Halle (Saale)/MZ. 

Michael Schädlich hatte den Vergleich immer gern zur Hand. Gefragt nach dem Unterschied zwischen dem ehemaligen Viertligisten Hallescher FC und dem Zweitligisten Erzgebirge Aue, sagte der Präsident des HFC: "Vier Millionen Euro Fernsehgelder."

Mit dem Aufstieg der Saalestädter in die dritte Liga hat sich die Differenz zu Aue zwar auf 3,2 Millionen verringert, doch jeder, der sich im Fußball auskennt, weiß: Das ist keine Liga für die Ewigkeit. Sie kostet auf Dauer zu viel Geld. Erst ab der zweiten Bundesliga wird wieder verdient. Doch bis dahin ist es für den HFC ein schier endlos langer Weg. Also muss er gerade einen Spagat hinkriegen: Mit wenig Geld einen konkurrenzfähigen Kader zusammenbasteln.

Das ist auch der Grund, warum unter den bisher drei Zugängen kein "Kracher" ist. Der HFC hat Abwehrspieler Pierre Becken, Angreifer Nils Pichinot (beide FC Carl Zeiss Jena) und Mittelfeldspieler Philipp Zeiger (VFC Plauen) geholt. Namhaftere Profis haben bislang andere verpflichtet. Die Zweitliga-Absteiger beispielsweise.

Alemannia Aachen schlug gleich zwei Mal richtig zu. Erst überredete Sportdirektor Uwe Scherr das einstige Aachener Idol Sascha Rösler zum Rücktritt vom Rücktritt und holte den Routinier vom Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf zurück an den Tivoli. Am Mittwoch zogen die Alemannen mit Freddy Borg vom FC Hansa Rostock den nächsten prominenten Profi an Land. Der 28 Jahre alte Angreifer wurde mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet und soll mit Rösler (34) sowie den nicht weniger bekannten Albert Streit (32) und Thomas Stehle (31) den sofortigen Wiederaufstieg in Angriff nehmen. "Hätten wir nicht das Ziel Aufstieg, wäre ich fehl am Platz", so Scherr.

Der Karlsruher SC meldete am Mittwoch die Verpflichtung von Stürmer Rouwen Hennings. Der 24-Jährige war in der vergangenen Saison vom FC St. Pauli an den VfL Osnabrück ausgeliehen und band sich nun für die nächsten zwei Jahre an den Klub aus dem Wildparkstadion. Zuvor hatte der sich bereits die Dienste von Abwehrspieler Martin Stoll gesichert, der zuletzt bei Dynamo Dresden unter Vertrag stand. "Martin ist ein erfahrener Innenverteidiger und hat hier schon einmal gespielt. Das hat ihn für uns besonders interessant gemacht", sagte KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer. Insgesamt sieben Neue lotste er bereits nach Baden, darunter Karim Benyamina (FSV Frankfurt), Philipp Klingmann (1899 Hoffenheim) und Jan Mauersberger (VfL Osnabrück).

Der dritte Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock verweist noch auf sein knappes Budget im Vergleich zur Konkurrenz. Das erschwert Manager Stefan Beinlich das Einkaufen. Trotzdem: Die Fans an der Ostsee sind gespannt, wie die beiden Holländer aus der zweiten Liga, Ken Leemans (VVV Venlo) und Johan Plat (Telstar Velsen), einschlagen werden.

Doch auch die Kleinen greifen kräftig zu. Aufsteiger Stuttgarter Kickers bedient sich in der Oberklasse. Nach Torwart Markus Krauss von Fortuna Düsseldorf holte er nun Stürmer Marcos Alvarez von Eintracht Frankfurt. "Ich freue mich, dass sich Marcos für die dritte Liga entschieden hat", sagte Kickers-Trainer Dirk Schuster. Mit dem Halberstädter Oliver Kragl hat auch der SV Babelsberg bereits den sechsten Neuen präsentiert. Zuvor zog es schon den erstligaerfahrenen Duisburger Daniel Reiche zu den Potsdamern.

Beim HFC beobachtet man dies alles genau - und bleibt gelassen. Zwei, drei neue Spieler sollen noch kommen. Und vielleicht ist dann auch ein Hochkaräter dabei.