3. Liga: Jena hofft auf eine Hintertür

29.04.2012 20:05 Uhr | Aktualisiert 29.04.2012 20:49 Uhr
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Jena gegen Wehen

Nils Pichinot (vorn) umspielt Wehens Torwart Michael Gurski. (FOTO: IMAGO)

Sportlich ist der FC Carl Zeiss Jena aus der dritten Fußball-Liga abgestiegen. Doch ein Hintertürchen könnte den Absturz des Traditionsvereins Carl Zeiss in den Amateurfußball verhindern.
Jena/sid. 

"Ein Hoffnungsfunke besteht, obwohl ich es keinem Verein wünsche, durch den Entzug der Lizenz absteigen zu müssen", sagte Jenas Präsident Rainer Zipfel am Samstag.

Da der Konkurrent SV Babelsberg durch ein Tor in der Nachspielzeit 1:0 gegen Bielefeld gewann, nutzte den Thüringern auch das 1:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden nichts mehr. Der sich seit Monaten abzeichnende Gang in die Unterklassigkeit ist nun unvermeidbar. Zumindest fast. Denn noch droht anderen Klubs ein gesenkter Daumen der Finanzgutachter des Deutschen Fußball-Bundes. Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock und die akut gefährdete Alemannia aus Aachen kämpfen ums finanzielle Überleben. Und mit der SpVgg Unterhaching sowie dem chronisch klammen SV Babelsberg gibt es zwei weitere Kandidaten, die um die Drittliga-Lizenz bangen müssen. Im Oktober 2011 verhinderte nur eine Bürgschaft eines örtlichen Großgrundbesitzers über 2,3 Millionen Euro die Insolvenz Unterhachings. Die Babelsberger mussten bereits in der vergangenen Saison lange um ihr finanzielles Überleben kämpfen.

"Wir werden versuchen, Oberhausen zu überholen", sagte Mittelfeldspieler Josip Landeka, der mit den Jenaern am Samstag zum letzten Saisonspiel in Regensburg antritt: "Denn wenn einer die Lizenz nicht bekommt, möchten wir der Erste sein, der davon profitiert." Beispiele für das Szenario gab es in den letzten Jahren genug. Gleich zweimal profitierte Wacker Burghausen von einer verweigerten Lizenz eines Mitkonkurrenten.

Doch die herbeigesehnte Rettung am Grünen Tisch würde die Probleme des Europapokalfinalisten von 1981 nur überdecken - und keinesfalls lösen. Elf Trainerwechsel gab es seit 2007, die Fehler der Vergangenheit wiegen schwer. Und die Transferpolitik ist zumindest diskussionswürdig. 15 Spieler des aktuellen Kaders haben Erst- oder Zweitligaerfahrung, doch auch sie konnten den sportlichen Niedergang nicht verhindern. "Es gilt, so schnell wie möglich alle Kräfte zu bündeln und Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, nicht zu wiederholen", sagte Trainer Petrik Sander, der trotz einer deutlichen Steigerung in seiner Amtszeit den Abstieg nicht verhindern konnte. Ungeachtet der ungewissen Zukunft will Zipfel am Montag Gespräche mit allen Spielern über Vertragsangelegenheiten führen.

Auch in Chemnitz gab es lange Gesichter. 0:2 unterlag der Aufsteiger im Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt. Konsequenz: Weder die Sachsen noch die Thüringer können jetzt noch Relegations-Platz drei erreichen. Erfurt trifft am letzten Spieltag auf die Absteiger aus Oberhausen mit Trainer Mario Basler. Ein Sieg könnte Platz vier und damit die Qualifikation für den DFB-Pokal einbringen.