Die Verpflichtung eines neuen Stürmers brennt Trainer Uwe Neuhaus auf den Nägeln. „Die Situation ist schwierig“, räumte der Coach des Zweitligisten 1. FC Union Berlin ein, nachdem der Transfer des offensiven Kreativ-Spielers Chinedu Ede zum Bundesligisten Mainz 05 nur noch eine Formalie ist.
Im sechsten Testspiel der Köpenicker gegen den Regionalligisten VfB Lübeck war Ede schon nicht mehr dabei. Am Freitag hatte er sich in Mainz in mehreren Etappen einem Gesundheitscheck unterzogen, so dass nun stündlich mit der offiziellen Verkündung des Transfers durch die Mainzer gerechnet wird. In Finsterwalde hatte die Unioner vor 1463 Zuschauern die bisher größte Gegenwehr der bisherigen Testspielgegner zu brechen und musste mit dem schwer erkämpften 1:0-Sieg durch ein Tor von Steven Skrzybski (81.) zufrieden sein.
Beim Spiel aus Anlass der 100-Jahr-Feier der Spielvereinigung Finsterwalde bot Neuhaus neben dem Torschützen in Silvio und Simon Terodde alles auf, was die Unioner im Moment im Sturm zu bieten hat. Nach den Transfers von John Jairo Mosquera (Changchun Yatai) und Halil Savran (Erzgebirge Aue) in der vorigen Saison sowie dem Abgang von Ede hat Union bisher noch nichts für die Stärkung der Offensive getan. Neben dem derzeit verletzten Torhüter Daniel Haas wurden in Björn Kopplin, Fabian Schönheim und Roberto Puncec ausschließlich Defensivkräfte für die neue Saison geholt.
Der Ede-Transfer spült nun voraussichtlich rund eine Millionen Euro in die Union-Kassen, so dass auch Geld für einen Knipser zur Verfügung stehen müsste. „Die Verpflichtung eines Stürmers hat eindeutig Priorität“, bekannte Neuhaus, nachdem beim offiziellen Mannschaftsfoto noch zwei Positionen mit Mitarbeiter der Geschäftsstelle besetzt worden waren, deren Positionen künftig weitere Neuzugänge einnehmen könnten.
Gegen die unterklassige Testspiel-Konkurrenz war von Torflaute bis zum Lübeck-Spiel noch nichts zu spüren, nachdem die „Eisernen“ in fünf Spielen 62:2 Treffer erzielt hatten. Viertligist Lübeck ging aber weit aggressiver in die Zweikämpfe. „Das war genau der richtige Gegner für diese Phase der Vorbereitung“, meinte Neuhaus. Am Dienstag gegen Hibernian Edinburgh und Sonntag gegen PSV Eindhoven warten an der Alten Försterei aber nun ganz andere Kaliber auf die Berliner.