Shinji Kagawa will seinen Vertrag in Dortmund nicht verlängern. (FOTO: DPA)
Bei Borussia Dortmund klappt eben doch nicht alles. Nach einer Saison der Rekorde mit dem ersten Double der 103-jährigen Vereinsgeschichte wird einer der Stars den BVB auf jeden Fall verlassen. „Ich hatte Montagmorgen einen Termin mit seinem Berater (Thomas Kroth, Anm. d. Red.). Shinji Kagawa hat uns mitteilen lassen, dass er seinen Vertrag bei uns definitiv nicht verlängern wird“, sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc in einem Interview der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe).
Diese Nachricht kam für die Verantwortlichen und Mannschaftskollegen alles andere als erwartet. Seit langem liegt dem 23-Jährigen, der 2010 für die Ablösesumme von 350.000 Euro von Cerezo Osaka nach Dortmund kam, ein Angebot zu einer vorzeitigen Verlängerung seines Vertrages bis 2016 vor. Kagawas Reaktion kam erst am Morgen nach der rauschenden Meisterfeier, die mit einem Autokorso durch die Stadt vor rund 200.000 Fans die unglaublichen Leistungen der Mannschaft würdigte. Kagawa genoss diesen Tag in vollen Zügen. Seine Meinung änderte das aber nicht.
Zwtl: Hummels wünscht eine „gute Entscheidung“
Kagawas Vertrag läuft noch bis 2013, theoretisch kann er also noch ein Jahr die Fans in der Bundesliga mit seinen Künsten begeistern. Doch betriebswirtschaftlich ist das für den einzigen börsennotierten Klub in Deutschland nicht denkbar. „Sollten jetzt Angebote für Kagawa kommen, werden wir uns damit beschäftigen und verhandeln“, sagte Zorc. Im Raum stehen Ablöse-Vorstellungen in Höhe von 15 Millionen Euro. Auch als man im vergangenen Jahr überraschend Meister geworden war, verlor man in Dortmund schon einen Hochbegabten. Mittelfeldmann Nuri Sahin verließ den Klub für eine festgeschriebene Ablösesumme von zehn Millionen Euro in Richtung Real Madrid.
„Sollte er gehen, wünsche ich ihm, dass er eine gute Entscheidung trifft und nicht zu einem Verein geht, der nicht besser als Borussia Dortmund ist. Da gibt es im Moment nicht viele. Sollte er gehen, wünschen wir ihm alle das Beste, weil er zwei gute Jahre hier hatte“, sagte Nationalspieler Mats Hummels nach dem 5:2 der Dortmunder im DFB-Pokal-Finale gegen Bayern München.
Zwtl: Sir Alex Ferguson sieht Gala von Kagawa
Es wird auf jeden Fall einer der wenigen guten Klubs in Europa sein. Am Samstag saß im Berliner Olympiastadion Manchester Uniteds Teammanager Alex Ferguson auf der Tribüne, einen Tag vor dem Meisterschaftsfinale in der Premier League. Der 70 Jahre alte Schotte soll an Kagawa, der in 49 Bundesligaspielen 21 Tore erzielte, stark interessiert sein. Das Spiel des Japaners passt genau in das Konzept des englischen Rekordmeisters. Vor allem die Handlungsschnelligkeit dieses Ausnahmekönners erinnert stark an die außergewöhnlichen Fähigkeiten, die die alternden Stars wie Paul Scholes oder Ryan Giggs in ihren besten Tagen hatten. United ist wohl der heißeste Kandidat, zumal die englische Premier League in Japan immer noch den höchsten Stellenwert genießt.
Den Verlust von Sahin hatte Dortmund kompensieren können. Ob die Lücke, die Kagawa hinterlässt, ausgefüllt werden kann, wird man sehen. Nationalspieler Marco Reus wird für über 17 Millionen Euro zurück nach Dortmund kommen, er könnte das schaffen. „Sir Alex“ sah in der Bundeshauptstadt im Übrigen noch einige weitere gute Spieler beim BVB. Zum Beispiel den dreifachen Torschützen Robert Lewandowski. Auch mit dem polnischen Nationalspieler, mit 22 Toren wohl der Gewinner der Saison in Dortmund, wollen die Verantwortlichen vorzeitig verlängern. Aber auch „Lewy“ zögert noch.