Bundesliga-Absteiger: Stanislawski neuer Trainer beim 1. FC Köln

14.05.2012 12:51 Uhr | Aktualisiert 14.05.2012 21:22 Uhr
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Holger Stanislawski

Holger Stanislawski soll Köln wieder in die 1. Liga führen (FOTO: DPA)

Von STEPHAN KLEMM
Erwartungsgemäß wird Holger Stanislawski neuer Cheftrainer. An seiner Seite arbeitet künftig Jörg Jakobs als Sportdirektor.
Köln/MZ. 

Die Entscheidung für den neuen Trainer war schon in der vergangenen Woche gefallen, doch die Verkündung zog sich bis Montag hin. Um 12.22 Uhr meldete der 1. FC Köln schließlich, dass er den sportlichen Neuanfang mit dem Trainer Holger Stanislawski plant. Persönlich konnte sich der ehemalige Coach des FC St. Pauli und der TSG Hoffenheim allerdings noch nicht vorstellen - "Unabkömmlichkeit in Hamburg", so Geschäftsführer Claus Horstmann.

Die Präsentation wird am Dienstag nachgeholt, genauso wie die Information über die Vertragsdauer, die der FC noch geheim hielt. Offen ist noch, wer an der Seite von Stanislawski Sportdirektor in Köln wird. Es gibt aber einen Favoriten - Jörg Jakobs, bisher Chef-Scout bei Hannover 96.

Stanislawski sollte schon Mitte April nach der Entlassung von Stale Solbakken in Köln anfangen, entschied sich aber dagegen, im Abstiegskampf einzusteigen. Es heißt, Horstmann habe nach dem Absturz in die zweite Liga auch wegen dieser Absage nicht unbedingt zu Stanislawski tendiert, im Gegensatz zu Präsident Werner Spinner und seinen Stellvertretern. Was sich die Chef-Etage von Stanislawski verspricht, erläutert Spinners Stellvertreter Toni Schumacher mit der schlichten Erkenntnis, dass Stanislawski "hervorragend zum 1. FC Köln passt". Er begründet seine Meinung mit den Erfahrungen, die der Neue gemacht hat: "Wer dem fußballverrückten Hamburg mit seinem medialen Druck gewachsen ist, der kann auch in Köln bestehen." Außerdem habe Stanislawski bewiesen, dass er eine Mannschaft aufbauen könne, die den Sprung nach oben schaffe.

Stanislawski ist zwischen 2006 und 2011 als Teamchef und Trainer zweimal mit St. Pauli aufgestiegen - in die zweite Liga und in die höchste deutsche Spielklasse. In Köln wird er mit seinem vertrauten Assistentenstab arbeiten: André Trulsen und Klaus-Peter Nemet sind seine Co-Trainer.

Trulsen kennt sogar die Kölner Verhältnisse. Als Abwehrspieler brachte er es zwischen 1991 und 1993 auf 32 Spiele für den FC. "Ich freue mich auf die Aufgabe, auch wenn sie nicht einfach wird", sagte Stanislawski.

Das, was ihn an seiner neuen Aufgabe reizt, ist die Möglichkeit auf Gewinn: "Die Chance besteht darin, den Kader gemeinsam mit den Verantwortlichen neu aufzubauen und eine Mannschaft mit Charakter und der richtigen Einstellung zu formen." Charakter und richtige Einstellung - das sind Schlüsselworte, die der aktuellen Mannschaft allgemein abgesprochen werden.

Den Neuaufbau wird der 42-jährige Stanislawski dem Vernehmen nach gemeinsam mit Jörg Jakobs organisieren. Der 41-Jährige arbeitete vor seiner Station in Hannover als Talentsucher, Co- und Athletik-Trainer bei Alemannia Aachen. Dort war er noch in der vergangenen Woche als Sportchef im Gespräch, sagte aber ab.

In Köln würde er sich nicht einleben müssen, weil er bereits jetzt mit seiner Frau, einer Architektin, und seinem Kind in der Stadt wohnt. Jakobs ist promovierter Sportwissenschaftler, an der Deutschen Sporthochschule in Köln hat er einen Job als Lehrbeauftragter für Fußball.

In Hannover galt Jakobs als erfolgreicher Entdecker von Spielern wie Mohammed Abellaoue, Didier Ya Konan und Mame Biram Diouf.