DFB-Pokal: Erstrunden-K.o. für sechs Bundesligisten

18.08.2012 19:12 Uhr | Aktualisiert 19.08.2012 21:25 Uhr
Die Spieler des Berliner AK 07 sorgten für eine Hoffenheimer Blamage. (FOTO: DPA) 
Von Jörg Soldwisch
Die erste DFB-Pokalrunde war reich an Sensationen. Der Hamburger SV, Werder Bremen, die Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth und Eintracht Frankfurt, der 1. FC Nürnberg und vor allem 1899 Hoffenheim blamierten sich bis auf die Knochen.
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Berlin/SID. 

Bei tropischer Hitze eiskalt erwischt: Gleich sechs Fußball-Bundesligisten haben sich in der ersten Runde des DFB-Pokals bis auf die Knochen blamiert und sind am heißesten Wochenende des Jahres von krassen Außenseitern abgekocht worden.

Der Hamburger SV, Werder Bremen, die Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth und Eintracht Frankfurt, der 1. FC Nürnberg und vor allem 1899 Hoffenheim erwischte das Pokal-Aus eine Woche vor dem Liga-Start wie ein Blitz aus heiteren Himmel. Ein Bundesliga-Sextett raus in Runde eins - das gab es zuletzt in der Saison 1987/88.

„Mit Häme müssen wir leben. Das werden wir um die Ohren bekommen“, sagte Trainer Markus Babbel nach dem 0:4 (0:3)-Debakel von 1899 Hoffenheim beim Viertligisten Berliner AK 07. Als Spieler hatte Babbel mit Bayern München 1994 bei der „Mutter aller Pokalsensationen“ gegen den TSV Vestenbergsgreuth verloren. Jetzt erlebte er auch als Trainer sein „Vestenbergsgreuth“ - und ganz Fußball-Deutschland lacht darüber.

Doch auch zahlreiche weitere Favoriten erlebten bei Temperaturen von weit über 30 Grad ihr blaues Wunder. Greuther Fürth unterlag 0:2 bei Kickers Offenbach, am Sonntag erwischte es den HSV, Werder, Nürnberg und Frankfurt. Hamburg verlor bei Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC 2:4, Werder musste sich dem Drittligisten Preußen Münster nach Verlängerung 2:4 geschlagen geben, der Club zog beim Regionalligisten TSV Havelse mit 2:3 nach Verlängerung den Kürzeren.

Ähnlich peinlich waren das 0:2 der Frankfurter bei Erzgebirge Aue und das 1:2 von Bundesliga-Absteiger Hertha BSC beim Viertligisten Wormatia Worms. Die Hoffenheimer waren mit vier Gegentreffern am Ende sogar noch gut bedient. „Der Sieg des Berliner war auch in dieser Höhe absolut verdient. Und das Traurige daran ist, dass sie sich dafür nicht einmal besonders anstrengen mussten“, sagte ein verzweifelter Babbel, der seinen Profis „kollektives Versagen“ vorwarf und harte Zeiten ankündigte: „Wir können jetzt nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen.“ Auch für Tim Wiese war der Nachmittag besonders bitter. Bei seinem ersten Pflichtspiel im Hoffenheimer Tor dürfte er sich an das Vorjahr erinnnert haben, als er mit Werder Bremen in der ersten Pokalrunde ähnlich überraschend beim 1. FC Heidenheim gescheitert war. Den Gegentreffer zum 0:4 legte Wiese mit einem völlig missratenen Abstoß quasi selbst auf. „Es war desolat. Wir müssen uns dafür schämen“, sagte der sechsmalige Nationaltorwart.

Titelverteidiger Borussia Dortmund erfüllte seine Pflichtaufgabe beim FC Oberneuland souverän. Beim locker herausgespielten 3:0 konnte Meistertrainer Jürgen Klopp sich sogar den Luxus erlauben, mit Blick auf den Ligastart gegen Werder Bremen zu taktieren. „Gegen Werder am Freitag wird das ein ganz anderes Spiel. Ich glaube nicht, dass wir da sachdienliche Hinweise geliefert haben“, sagte der Fußballlehrer mit einem entspannten Lächeln.

Ebenfalls keine Blöße gab sich Schalke 04, der BVB-Erzrivale gewann 5:0 beim 1. FC Saarbrücken. Als einziger der Aufsteiger hielt sich Fortuna Düsseldorf durch ein 1:0 beim Drittligisten Wacker Burghausen schadlos. Ebenfalls wenig souverän, aber immerhin erfolgreich nahm Borussia Mönchengladbach die erste Pokalhürde.

Das 2:0 bei Zweitliga-Absteiger Alemannia Aachen war schnell abgehakt, der Blick der „Fohlen“ richtete sich auf das enorm wichtige Qualifikations-Hinspiel zur Champions League gegen Dynamo Kiew. „Am Dienstag geht es um etwas Größeres“, sagte 8,5-Millionen-Euro-Neuzugang Granit Xhaka: „Jeder von uns will in die Champions League und wir werden alles dafür geben.“ Auch der VfB Stuttgart nutzte das 5:0 gegen den Sechsligisten SV Falkensee-Finkenkrug zum lockeren Aufgalopp für die internationale Bühne. Am Mittwoch steht das Hinspiel der Europa-League-Play-offs gegen Dynamo Moskau mit Kapitän Kevin Kuranyi auf dem Programm.