Auch Stürmer Angelo Hauk (l.) blieb in Cottbus ohne Tor. (FOTO: LÖFFLER)
Und auch die Aussicht auf einen trainingsfreien Sonntag ließ keine Miene so recht aufhellen. Zu tief saß die Enttäuschung über das 0:0 von Cottbus.
Alle Spieler des Fußball-Regionalligisten wussten, dass sie bei der Reserve von Energie, dem Tabellenvorletzten, zwei wichtige Punkte im Aufstiegskampf hatten liegen lassen. "In den nächsten Wochen wird sich zeigen, welche Spieler den Druck aushalten können. Für viele ist die Chance, aufsteigen zu können, Neuland. Das verlangt Nervenstärke", sagte HFC-Trainer Sven Köhler.
Viele Spieler verkrampfen
Das Problem ist offenkundig. Seitdem die Meisterschaft zum Greifen nah ist, können sich auch die Spieler der Aufstiegs-Mathematik nicht mehr entziehen. Als Darko Horvat in Cottbus die erste Enttäuschung für sich verarbeitet hatte, schimpfte er wie ein Rohrspatz. "Diese verdammten Rechenspiele. Die müssen aufhören", forderte der Kroate - und schloss sich selbst mit ein. "Noch zwei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage. Die ganze Woche haben wir gerechnet. Diese Mathematik stört die Konzentration. Das Unentschieden haben wir schon aufgebraucht. Hoffentlich beginnt jetzt nicht das Zittern."
Dabei hat der HFC durchaus aufstiegserfahrende Männer in seinen Reihen. Maik Wagefeld und Anton Müller haben das Gefühl bereits mit Dynamo Dresden beziehungsweise Hansa Rostock auskosten können. Vom aktuellen Kader des HFC erlebten mit Darko Horvat, Nico Kanitz, Marco Hartmann und Jan Benes aber gerade einmal vier Akteure so etwas Ähnliches, als sie sich mit den Rot-Weißen 2008 als Oberliga-Meister für die neue Regionalliga qualifizierten. "Die Situation war damals aber eine andere. Wir hatten drei Spieltage vor Saisonende alles geregelt. Da haben wir uns das Nervenspiel durch eine tolle Siegesserie erspart", erklärt Trainer Köhler.
Viele der halleschen Spieler wirkten während der Partie in Cottbus in ihren Köpfen nicht frei. In dem Bemühen, dieses eine entscheidende Tor zu erzielen, verkrampften sie, waren unkonzentriert oder versuchten es vor allem in der Schlussphase fast ausnahmslos mit der Brechstange. Deshalb musste Sven Köhler seine Männer am Freitagabend erst einmal aufrichten. Obwohl es auch in ihm angesichts der vertanen Chance rumorte, behielt der Trainer nach außen die Ruhe. "Niemand konnte davon ausgehen, dass wir alle ausstehenden Spiele der Saison gewinnen würden", sagte er.
Trainer denkt positiv
Der Coach hakte den Punktverlust bereits auf der Rückfahrt ab und versuchte, auch seine Kicker auf andere Gedanken zu bringen. "Das Wichtigste ist, dass wir den Aufstieg noch immer selbst in der Hand haben."
Am Dienstag um 13.30 Uhr spielt der HFC sein Landespokal-Halbfinale beim Verbandsligisten 1. FC Lok Stendal.