Länderspiel: Deutschland im Test gegen Israel erfolgreich

31.05.2012 22:23 Uhr | Aktualisiert 01.06.2012 16:56 Uhr
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Erfolgreich

Die DFB-Spieler feiern den Sieg gegen Israel. (FOTO: DPA)

Von Christoph Karpe
Die deutsche Nationalelf verabschiedet sich mit einem Sieg gegen Israel zur EM-Endrunde. In der letzten Woche bleibt aber noch viel Feinarbeit.
Leipzig/MZ. 

„Wir wollen uns Selbstvertrauen holen“, hatte Kapitän Philipp Lahm vorab den einen Zweck der Generalprobe gegen die Israelis erklärt. „Wir werden das eine oder andere noch einmal testen“, so beschrieb Joachim Löw die zweite - bestimmt nicht minder wichtige - Aufgabe dieses Spiels. Das Selbstvertrauen sollte also in Takt sein. Schließlich hat die Fußball-Nationalmannschaft gestern nicht nur zu Lahms Zufriedenheit den letzten EM-Test 2:0 (1:0) gegen Israel gewonnen. Die positionellen Tests bedürfen bis zum Turnierstart am 9. Juni gegen Portugal aber noch der Tiefenanalyse. „Wir waren zu Beginn etwas unkonzentriert und hatten einige unnötige Ballverluste“, sagte Lahm. „Wir haben aber noch eine Woche Zeit. Bislang sind wir immer topfit zu einem großen Turnier gekommen.“

Jerome Boateng, zuletzt bei den Bayern Innenverteidiger, probte diesmal den Rechtsverteidiger. Lahm wuselte also links. In der Mitte durfte Per Mertesacker nach seinem unterirdischen Auftritt beim 3:5 in der Schweiz als Nebenmann von Holger Badstuber Praxiserfahrung zurückgewinnen, die er ja wegen einer langwierigen Verletzung bei Arsenal London verloren hatte. Im defensiven Mittelfeld davor ersetzte wie erwartet Toni Kroos seinen an der Wade verletzten Münchner Kollegen Bastian Schweinsteiger als Partner von Real-Profi Sami Khedira. Alle erfüllten ihren Job mehr als nur solide. Allerdings geriet die Dichteprüfung der Defensive zum Muster ohne Wert, da die Gäste alles andere als elanvoll nach vorn spielten. Die EM-Gegner Portugal und Niederlande dürften da ganz anders zu Werke gehen. „Der Test war brauchbar, auch wenn noch längst nicht alles rund lief“, meinte Bundestrainer Joachim Löw.

Also ist das gestrige Tagwerk der Offensive, die wirklich eingespielt sein sollte, aussagekräftiger. Nach einer Anlaufphase feuerte Mario Gomez (17. Minute) einen ersten straffen Schuss auf das Tor. Keeper Ariel Harush zeigte sich auf dem Posten. In der 19. Minute knallte dann Boateng den Ball an den linken Pfosten. Doch danach fehlte für etwa eine Viertelstunde der rechte Antrieb. Die DFB-Elf agierte mit gebremstem Schaum, leistete sich Unkonzentriertheiten, die sich in Fehlpässen dokumentierten. Unter den 43 241 Zuschauern, die sich in der Arena auf ein Fußball-Fest gefreut hatten, machte sich Unmut breit. Vereinzelt gab es Pfiffe. Bis eine Kombination über Mesut Özil und Thomas Müller in einer Flanke auf Khediras Kopf mündete (39.). Doch hier flog der Ball noch knapp vorbei. Nur eine Minute später gab es dann den Jubel-Orkan. Özil spielte einen sensationellen Pass auf Gomez, und der knallte die Kugel trocken unter die Latte zum 1:0. Die Missgestimmten auf den Rängen verstummten.

In der 51. Minute dann schossen die Israelis tatsächlich zum ersten Mal auf das Gehäuse des durchnässten Manuel Neuer. Der hielt problemlos. Doch fünf Minuten später musste er sich dann sogar mächtig strecken, um den Schuss des eingewechselten Gil Vermouth zu entschärfen. Auf der anderen Seite verzogen erst Özil und dann Lukas Podolski (60.). Plötzlich bekam das Spiel Dynamik. Und die wohl beste Kombination des Abends über mehrere Stationen hätte im zweiten Tor (64.) gemündet, wenn Podolski, statt wie immer seine Schusskraft zu gebrauchen, einmal geschaut und den Ball geschoben hätte.

Für Poldi wie Gomez war dann Schluss. Andre Schürrle und Miroslav Klose durften dafür ran. Schürrle wurde kurz darauf an der 16-Meter-Linie wunderschön frei angespielt, dessen Versuch jedoch geblockt (74.). Müller brachte danach (76.) das Kunststück fertig, aus fünf Metern vorbei zu zielen. Doch Schürrle erhöhte dann mit einem satten wie platzierten Schuss aus etwa 18 Metern beinahe in den linken Winkel (82.) auf 2:0. Letztmals verloren hatte die DFB-Elf so ein Turnier-Einstimmungsspiel 2004. 0:2 hieß es gegen die da noch von Lothar Matthäus trainierten Ungarn. Es folgte in Portugal das EM-Aus in der Vorrunde. Danach gab es ausnahmslos Siege - und famose, wenn auch titellose Championate. Noch bleibt einiges an Detailarbeit, die Brust aber ist breit - glaubt man Philipp Lahm.