Besonders den EM-Teilnehmern war dabei allerdings nur mäßiger Erfolg beschieden. Joachim Löw stand mit der Erklärungsnot nach dem 1:3 gegen Argentinien also längst nicht alleine da. Besonders die drei neuen Trainer-Schwergewichte in den Niederlanden, Russland und Frankreich hatten sich ihre Premiere sicherlich anders vorgestellt.
Allen voran der neue Bondscoach Louis van Gaal. 2:4 verlor seine Auswahl den Test in Brüssel gegen Gastgeber Belgien; mit drei Toren innerhalb von nur fünf Minuten drehte der Außenseiter eine Viertelstunde vor Schluss einen 1:2 Rückstand in den letztendlich deutlichen Erfolg. „Individuelle Fehler haben uns den Sieg gekostet“, sagte der ehemalige Bayern-Trainer: „Nach der Führung hatten wir das Spiel unter Kontrolle aber dann haben wir an den falschen Stellen den Ball verloren und den Sieg noch verschenkt.“
Zwtl.: Keine Siege für van Gaal, Deschamps und Capello zum Auftakt
Wenigstens konnte sich van Gaal mit zwei erzielten Treffern auf die traditionell starke Offensive der Elftal verlassen - nicht so Didier Deschamps. Bei der Premiere des Welt- und Europameisters auf der französischen Trainerbank musste der 43-Jährige trotz Franck Ribery und Karim Benzema ein torloses Remis der Equipe tricolore gegen Uruguay hinnehmen. „Wir hatten in beiden Hälften die besseren Chancen und hätten einen Sieg verdient, der uns sicher etwas Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben gegeben hätte“, sagte Deschamps: „Aber wir hatten einen starken Gegner, der schon lange zusammen spielt und über mehr Erfahrung verfügt.“
Erfahrung sollte auch der 66 Jahre alte italienische Trainer Fabio Capello mit nach Russland und die Sbornaja dadurch nach vorne bringen. Doch zum Start gegen die Elfenbeinküste gab es am Mittwoch in Moskau nur ein durchwachsenes 1:1. Und damit nicht genug: Superstar Andrej Arschawin, der sich nach dem frühen EM-Aus mit Presse und Fans angelegt und ihnen zu hohe Ansprüche vorgeworfen hatte, wurde vom Publikum mit Pfiffen bedacht. Capello hatte den 31-Jährigen zuvor als Kapitän im Amt bestätigt, was bei den Fans ganz offensichtlich nicht gut ankam.
Zwtl.: Keiner der 16 EM-Teilnehmer konnte überzeugen
Trösten können sich die drei Trainer-Debütanten damit, dass zum Start der neuen Länderspielsaison keiner der 16 EM-Teilnehmer wirklich überzeugen konnte. Auch Dänemark, Kroatien, Polen, Irland, die Ukraine, Tschechien und Schweden schafften zum Auftakt keine Siege. Griechenland kämpfte sich zu einem 3:2 in Norwegen, während Portugal gegen den Weltranglisten-54. Panama schon einen Platzverweis des Gegners brauchte, um sich zu einem schmeichelhaften 2:0 zu mühen.
Bei Welt- und Europameister Spanien konnte wenigstens noch der strapaziöse Kurztrip in die Karibik als Ausrede für das knappe 2:1 auf Puerto Rico herhalten. Und das 2:1 der Engländer gegen Italien in Bern, der kleinen Revanche für das Viertelfinal-Aus bei der EM, war aufgrund von rund einem Dutzend fehlender Stars nicht mehr als ein lauer Sommerkick. So dürften Trainer als auch Spieler und besonders die Klubs erleichtert sein, wenn dieser Termin so kurz vor dem Saisonstart und mitten in der Vorbereitung ab 2014 aus dem Länderspiel-Kalender gestrichen wird.