Torhüter: «Schießbude Neuer», Rippenprellung und Ersatzkeeper

13.05.2012 18:23 Uhr | Aktualisiert 13.05.2012 18:24 Uhr
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Beim Elfmeter von Mats Hummels war Bayern-Keeper Manuel Neuer dran, aber konnte das Tor nicht verhindern. (FOTO: DPA)

Nationaltorwart Manuel Neuer erwischte im DFB-Pokalfinale einen schwarzen Abend. Beim BVB standen gleich zwei Keeper im Mittelpunkt.
Berlin/Sid. 

Manuel Neuer presste die Lippen fest aufeinander, als er das Berliner Olympiastadion verließ. Sagen konnte und wollte er zu diesem Fiasko nichts. Neuer, mit Schalke 04 im vergangenen Jahr noch Sieger im DFB-Pokal, hatte den Pott nicht nur an seine „Freunde“ aus „Lüdenscheid“ verloren. Der Nationaltorhüter musste beim 2:5 (1:3) gegen Borussia Dortmund auch erstmals in seiner Zeit beim FC Bayern München mehr als zwei Gegentore hinnehmen. Da verschlägts einem schon mal die Sprache.

Fünf Gegentreffer - für Neuer ist das keine neue Erfahrung. Zweimal musste er in seiner Profikarriere bisher in einem Spiel so oft hinter sich greifen - jeweils mit Schalke. Doch das 0:5 beim 1. FC Kaiserslautern im November 2010 und das 1:5 bei Werder Bremen vor vier Jahren waren Ligaspiele, verglichen mit dem „Traumfinale“ von Berlin fast unbedeutend. Für Neuer wie für den FC Bayern aber wurde dieser 12. Mai, an dem sie die Dinge nach der gegen die Borussia verlorenen Meisterschaft wieder geraderücken wollten, zu einem Alptraum-Abend. Neuer musste sich von den Borussia-Fans als „Schießbude“ verspotten lassen, dabei trug er für das Debakel längst nicht die Alleinschuld. Er machte nicht den sichersten Eindruck, das schon. Den Foulelfmeter von Mats Hummels zum 1:2 hätte er sogar beinahe pariert - aber eben nur beinahe. Beim 1:3 ließ er sich von Robert Lewandowski tunneln - kann passieren. Nur vor dem fünften BVB-Tor patzte er, als er den schon sicher gefangenen Ball wieder wegflutschen ließ.

Mehr als Neuers Fehler - wenngleich beileibe nicht der erste in der Saison - wird Bundestrainer Joachim Löw die Gesamtleistung der Bayern-Defensive zu denken geben, in der mit Philipp Lahm und Holger Badstuber zwei Stützen der deutschen Mannschaft standen, die im Sommer die EURO gewinnen soll. Löw aber kritisierte lediglich das Spiel der Bayern in die Spitze, also die Offensive. Was Löw von Mitchell Langerak hält, ist unbekannt - vielleicht erinnerte er sich nicht einmal an den BVB-Ersatztorwart. Der hatte seinen bislang einzigen aufsehenerregenden Auftritt gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel - gegen die Bayern. Am 26. Februar 2011 hielt er beim 3:1 der Borussia in München als Stellvertreter von Roman Weidenfeller grandios. Am Samstag musste er wieder für Weidenfeller ran, der sich bei einem Zusammenprall mit Mario Gomez eine Rippenprellung zuzog und ausgewechselt werden musste (34.).

Langerak konnte sich so selten auszeichnen wie Neuer, sonderlich sicher wirkte auch er nicht. Für den 23-Jährigen war der dritte Pokal-Einsatz der „Lohn für zwei Jahre Arbeit“, wie BVB-Trainer Jürgen Klopp meinte. Langerak, der das Klischee vom lockeren australischen Surfer-Typen bestens erfüllt, ist der erste Aussie, der das Double gewonnen hat. „Mitch hat dieses Spiel geschenkt bekommen, er ist ein toller Junge“, sagte Klopp. Und so durfte der Hinterbänkler Langerak in vorderster Linie mitjubeln, als Sebastian Kehl den Pokal in die Luft stieß.

Weidenfeller, der zwischenzeitlich im Krankenhaus war, hätte diesen Moment fast verpasst. Gerade noch rechtzeitig war er zurück im Olympiastadion, eilte im Laufschritt aufs Podium. Beim Bankett tanzte der 31-Jährige, als sei nichts gewesen. „Er ist mit einer blauen Rippe davonzukommen“, scherzte Klopp. Von Manuel Neuer war das nicht zu behaupten. SID mm rd