Ukraine: Blochin droht Journalisten mit Prügel

20.06.2012 22:15 Uhr | Aktualisiert 20.06.2012 22:23 Uhr
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Oleg Blochin schreit

Oleg Blochin schreit den vierten Offiziellen an der Seitenlinie an. (FOTO: DPA)

Trainer Oleg Blochin (59) ließ nach der Niederlage gegen England mächtig Dampf ab. Er war so geladen, dass er einem Journalisten sogar Prügel anbot.
Donezk/sid. 

Andrej Schewtschenko stemmte nach dem "Torklau" von Donezk seine Arme in die Hüfte, starrte auf den Rasen und schüttelte ungläubig seinen Kopf. Auf den Rängen war es nach dem Abpfiff still geworden. Tränen flossen, Frust und Wut über das ungarische Schiedsrichter-Gespann, das der Ukraine einen regulären Treffer, den möglichen Sieg und damit die Chance zum Einzug ins Viertelfinale geraubt hatte, lähmten die Fans. Die EM-Party geht nach dem 0:1 (0:1) gegen England weiter - aber ohne ihre Gastgeber und ohne Schewtschenko, der die internationale Bühne nach 17 Jahren und 111 Länderspielen verlässt.

Trainer Oleg Blochin (59) ließ derweil mächtig Dampf ab. Er war so geladen, dass er einem Journalisten sogar Prügel anbot. "Wenn du ein Mann bist, geh mit mir und wir haben eine Unterhaltung unter Männern", sagte er. Vor allem aber ließ er keinen Zweifel daran, dass seine Mannschaft betrogen wurde. Und zwar in der 62. Minute, als der Ball die Torlinie komplett überschritten hatte. Er sei verärgert und unglücklich, "denn das hat die Mannschaft nicht verdient".

Was Blochin besonders wurmte: Das "gestohlene" Tor fiel in einer Phase, als seine Elf die englische Defensive mit einem Power-Play gehörig ins Schwimmen gebracht hatte. Der Ausgleich nach dem Führungstreffer von Wayne Rooney (48.) lag in der Luft. "Zumal", wie Blochin betonte, "England danach keine Torchance mehr hatte, wir jedoch viele. Und wir haben ja auch ein Tor erzielt."

Auch die Engländer wussten um ihr Glück. Kapitän Steven Gerrard meinte: "In einem solchen Turnier auf diesem Niveau braucht man das. Aber Glück muss man sich auch verdienen."