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Naumburger Tageblatt/MZ | ICE-Strecke: Die Bahn will Finanzierung übernehmen
02. January 2015
http://www.naumburger-tageblatt.de/3355152
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ICE-Strecke: Die Bahn will Finanzierung übernehmen

Feuerwehren bekommen die nötige Ausrüstung, um die ICE-Strecke abzusichern.

Feuerwehren bekommen die nötige Ausrüstung, um die ICE-Strecke abzusichern.

Foto:

Biel

naumburg/wetzendorf -

Rettungskräfte und Feuerwehren, die in der Nähe der künftigen Intercity-Express-Strecke der Deutschen Bahn stationiert sind, sollen für mögliche Einsätze Fahrzeuge und Ausrüstungen erhalten. Angeschafft wird die Technik durch die Bahn AG. Eine entsprechende Vereinbarung sei zwischen dem Land Sachsen-Anhalt sowie betroffenen Landkreisen und Kommunen getroffen worden, sagte Landrat Götz Ulrich (CDU) im jüngsten Kreistag in Naumburg (wir berichteten). Am Zustandekommen der Regelung sei das Amt für Brand- und Katastrophenschutz sowie Rettungswesen des Burgenlandkreises maßgeblich beteiligt gewesen. Einbezogen in die Gespräche waren zudem die Verbandsgemeinden An der Finne und Unstruttal. Durch deren Territorien führt die neue ICE-Strecke Erfurt-Leipzig/Halle. Sie soll im Herbst kommenden Jahres in Betrieb genommen werden. Auf ihr werden die Züge mit bis zu Tempo 300 unter anderem durch zwei mehrere Kilometer lange Tunnel sowie nahe Wetzendorf über eine große Brücke rollen.

Um die Anschaffung der Rettungstechnik hatte es zuvor über Monate hinweg Streit zwischen der Bahn einerseits und dem Landkreis sowie den Verbandsgemeinden und freiwilligen Feuerwehren andererseits gegeben. Letztere hatten mehrfach darauf hingewiesen, dass sie im Falle einer Katastrophe zur Rettung und Bergung möglicher Opfer nicht genügend ausgestattet seien. Landkreis und Kommunen hatten deshalb die Bahn aufgefordert, die Kosten für die Anschaffung weiterer Rettungsmittel zu übernehmen. Dem schloss sich der Kreistag an. Mit einem Beschluss forderte er den Landrat auf, beim Eisenbahn-Bundesamt darauf zu drängen, dass die Behörde die ICE-Strecke erst dann für den Verkehr freigibt, wenn die Frage der Rettungsmittel geklärt sei.

Wie Landrat Ulrich weiter sagte, soll die Technik bis spätestens im zweiten Halbjahr 2015 bereitstehen, „um während der notwendigen Vollübungen an den Tunnelanlagen von den Einsatzkräften erprobt werden zu können“. Angeschafft werden sollen Langzeitatemschutzgeräte, Tragen für Verletzte, Fluchthauben, Wärmebildkameras und Transportmittel, die in den weitläufigen Tunnelanlagen eingesetzt werden können.

„Die Entwürfe zu den Standorten der Rettungsplätze am Streckenverlauf im Burgenlandkreis“, so Ulrich weiter, „wurden bereits abgestimmt und bedürfen nun noch der Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde.“

Mit dem Bereich Notfallmanagement der DB Netz AG würden „fast wöchentlich umfangreiche Gespräche, Einweisungen und Abstimmungen mit den Vertretern der freiwilligen Feuerwehren und den Rettungsdiensten zur Gefahrenabwehrplanung geführt“.