«Tatort»: Warten auf Till Schweiger

22.08.2012 22:37 Uhr | Aktualisiert 22.08.2012 22:53 Uhr
Die Zuschauer freuen sich auf Til Schweiger als neuen Kommissar. (FOTO: DPA) 
Auf welches der fünf neuen "Tatort"-Teams, die bald ihren Dienst antreten, freut sich das Publikum am meisten? Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte dazu im Auftrag der Programmzeitschrift "Hörzu" 1 005 Deutsche ab 14 Jahre.
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hamburg/MZ. 

Die Ergebnisse, die in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Blattes veröffentlicht werden, zeigen einen klaren Favoriten: Ganz vorn in der Gunst des Publikums liegt demnach Til Schweiger alias Nick Tschauder aus Hamburg, der 2013 startet (25 Prozent).

Auf Platz zwei liegt das neue Team Norddeutschland mit Wotan Wilke Möhring, ebenfalls ab 2013 im Einsatz (16 Prozent), gefolgt vom neuen Dortmund-Team um Jörg Hartmann, der als erster der neuen Kommissare am 23. September loslegt (elf Prozent). Dann folgen Devid Striesow in Saarbrücken und Friedrich Mücke in Erfurt (je neun Prozent). Nur 17 Prozent der Befragten schlossen sich der Zeitschrift zufolge der Kritik von "Tatort"-Star Simone Thomalla an, die Zahl der Ermittler sei unterdessen zu hoch. Für 27 Prozent der Zuschauer hingegen ist die Anzahl der bald 20 Teams "genau richtig".

Zudem wollte "Hörzu" wissen, auf welches Team die Zuschauer am wenigsten verzichten könnten. Resultat: Über die meisten Fans dürfen sich die Kommissare aus Köln (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) freuen, die 35 Prozent der Zuschauer nicht missen möchten. Dicht gefolgt vom Duo aus Münster (Jan Josef Liefers und Axel Prahl) mit 34 Prozent. Platz drei mit 31 Prozent: Kommissarin Lindholm aus Hannover (Maria Furtwängler). Auf den letzten Plätzen: der Wiesbadener Ermittler (Ulrich Tukur) mit 13 Prozent und der Kommissar aus Luzern (Stefan Gubser) mit nur neun Prozent. Trotz der großen "Tatort"-Offensive sind die Macher der ARD-Krimireihe der Zeitschrift "Hörzu" zufolge auch in der Kritik.

Schauspieler beklagen, dass die Zahl der Drehtage sinkt: "Als der ,Tatort‘ hier vor 40 Jahren begann, gab es 32 Drehtage", sagt der Münchner Kommissar Udo Wachtveitl. "Heute sind wir bei 23 Tagen. Ein enormer Einschnitt." Fans monieren, viele Szenen seien nicht in den Städten gedreht, in denen sie spielen. In Bezug auf die neuen Dortmund-Folgen gibt Gebhard Henke, "Tatort"-Koordinator der ARD, zu: "Echt werden nur die Außenszenen sein." Nur vier bis fünf der im Schnitt 25 Drehtage werden am Originalschauplatz produziert.

Auch die Qualität der Drehbücher wird bemängelt. "Manchmal ziehen wir Schauspieler schon den Mundwinkel hoch, wenn es wieder heißt, mein kiffender Vater habe eine Leiche entdeckt", sagt Axel Prahl vom "Tatort" aus Münster.

Und der Autor Xaõ Seffcheque meint: "Oft sind die Drehbücher langweilig geschrieben, oberflächlich redigiert, hölzern inszeniert. Entweder realisiert man das bei den Sendern nicht - oder es ist nicht so wichtig, solange die Quote stimmt. Das Flaggschiff ,Tatort‘ gehört aufs Trockendock, um mal richtig überholt zu werden."