Album «Alma»: Edel-Jazz von Fresu und Sosa

26.06.2012 09:26 Uhr
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Paolo Fresu und Omar Sosa

Anspruchsvoller Mainstream-Jazz von Paolo Fresu und Omar Sosa. (FOTO: DPA)

Wohlklang-Jazz mit Niveau und weitem Horizont - dafür steht der Trompeter und Flügelhorn-Virtuose Paolo Fresu. Manche nennen ihn den italienischen Miles Davis. Seine Kollaborationen sind stets spannende Grenzüberschreitungen - auch auf dem hervorragenden neuen Album «Alma».
Berlin/dpa. 

Diesmal setzt der Sarde (51) zusammen mit dem kubanischen Pianisten Omar Sosa (47) und gelegentlichen Einsätzen des brasilianischen Cellisten Jacques Morelenbaum (58) auf eine Mixtur aus Jazz, afrokubanischer und mediterraner Folklore. Verträumte Melodiebögen treffen auf rhythmische Fusion und virtuosen Klavierzauber, akustische und elektronische Elemente greifen perfekt ineinander.

Fresu hat schon mit vielen Größen der weltweiten Jazzszene Platten eingespielt, von Ralph Towner über Uri Caine oder Carla Bley bis zu Richard Galliano beim famosen «Mare Nostrum» (2007), seine Diskografie umfasst mehr als 200 Alben. «Alma» (Ponderosa/Edel) dürfte eines seiner besten sein - ein Songreigen von vollendeter Harmonie der zwei, manchmal auch drei Musiker.

Besonders überraschend ist die fingerschnippend-fröhliche, mit dezentem Gesang unterlegte Fresu/Sosa-Version von Paul Simons «Under African Skies» - eine Hommage an den bahnbrechenden Afropop-Klassiker «Graceland», der in diesem Jahr 25 Jahre alt und deswegen nochmal groß gefeiert wird.

Paolo Fresu und Omar Sosa begegneten sich erstmals 2006 bei einem Konzert in den Hamburger NDR-Studios, aus dem das Live-Album «Promise» hervorging. Vor drei Jahren tourten die beiden inzwischen befreundeten Jazz-Koryphäen durch Italien. Im Mai 2011 trafen sie sich in Udine zu den «Alma»-Aufnahmen, ehe Morelenbaum in Sao Paulo seine Cello-Spuren beisteuerte. Schöner als in den Klanggemälden dieses Albums kann anspruchsvoller Mainstream-Jazz nicht gelingen.