Dessauer Intendant und «Ring»-Regisseur André Bücker. (FOTO: ARCHIV)
"Ring Nuts" sind derzeit im Reisefieber. So nennt man in Amerika die Hardcore-"Ring des Nibelungen"-Fans, die von Bühne zu Bühne reisen, um allen Siegfrieds dieser Welt Augen und Ohren zu leihen. Denn anlässlich des 200. Geburtsjubiläums Richard Wagners, das kommendes Jahr gefeiert wird, haben zahlreiche Opernhäuser den aus vier Teilen bestehenden Zyklus "Der Ring des Nibelungen" auf ihre Spielpläne gehoben. Von München bis Mailand, von Bayreuth bis Berlin - das opulente Werk des in Leipzig geborenen Komponisten ist omnipräsent. Auch hierzulande kommen Wagnerianer auf ihre Kosten.
Nachdem vor einer Woche in Halle der dritte Teil der Tetralogie, "Siegfried", an der Oper Premiere feierte, wird am 12. Mai am Anhaltischen Theater Dessau der Auftakt des "Rings" zelebriert. Aber nicht mit dem ersten Teil, "Rheingold", sondern mit dem letzten: "Götterdämmerung". Damit schließen der Dessauer Intendant und "Ring"- Regisseur André Bücker (Foto) sowie der Musikdirektor und musikalische Leiter des "Ring", Antony Hermus, nahtlos an die hallesche Produktion an. Und grenzen sich gleichzeitig ab - sie wollen das Opus vom Ende her erschließen. Nach über 50 Jahren wird somit erstmals der "Ring" wieder in der Bauhausstadt produziert. Das Theater setzt damit die Tradition Dessaus als "Bayreuth des Nordens" fort. Zuletzt fanden dort 1954 "Wagner-Festwochen" statt.
Die Reihenfolge der Inszenierungen ergebe sich aus der Entstehungsgeschichte des Librettos. Die "Götterdämmerung" war unter dem Titel "Siegfrieds Tod" 1848 der erste Entwurf Wagners zu einer großen Heldenoper. Wagner entschied sich aber dafür, Geschichten, die der Ermordung Siegfrieds vorausgehen, in drei weiteren Werken zu entfalten, die er dem ersten Entwurf voran stellte. "Streng geometrisch" will der Dessauer "Ring" in Anlehnung an die Bauhaus-Tradition aussehen. Ein wichtiges Inszenierungselement sollen Video-Projektionen sein. FOTO: ARCHIV
Die "Götterdämmerung": Premiere in Dessau am 12. Mai um 17 Uhr