Kreischalarm! Die Backstreet Boys bekommen einen eigenen Film. (FOTO: DPA)
Die zwei erfolgreichsten US-Teeniebands der 90er Jahre stehen erstmals gemeinsam auf der Bühne: die Backstreet Boys (BSB, rund 100 Millionen verkaufte CDs) und New Kids on the Block (80 Millionen). Als NKOTBSB rocken sie am Sonntag die Arena Leipzig. Vor ihrem einzigen Auftritt in Mitteldeutschland sprach Andreas Weihs mit Howie Dorough (29) von den Backstreet Boys.
In den Zeitungen konnte man vom "Comeback des Jahres" lesen. Wie siehst du das?
Howie Dorough: Das ist eigentlich ziemlich lustig, wie das eben passiert, wenn du länger nichts von dir hören lässt, und nicht in Zeitungen auftauchst. Die Leute denken oft, dass es dich nicht mehr gibt, dass du weg bist. Es gab Gerede, dass wir uns aufgelöst hätten, in Wirklichkeit aber arbeiteten wir an einem neuen Album. Wir haben immer noch großen Erfolg. Die Fans kommen und wollen uns sehen, selbst wenn sie die Lieder jederzeit im Radio hören können. Wir touren eigentlich ständig, aber manchmal mag das die Öffentlichkeit nicht so mitbekommen. Wir arbeiten hart, um die Band am Laufen zu halten.
Wie kam es zur Idee, beide Bands gemeinsam auf Tournee zu schicken?
Dorough: Die Idee geisterte hier und da herum, zwischen dem Management, den Musikern, den Promotern. Wir wollten wirklich einmal etwas zusammen machen. Und dann passierte folgendes: Vor einem Jahre begannen die New Kids ein Comeback. Sie traten in New York auf und wir waren zur selben Zeit für eine Show ebenfalls auf dem Weg dort hin. Das war die Gelegenheit.
Wir sangen mit den New Kids ein Lied gemeinsam, um die Reaktion der Fans sehen. Wir hatten keine Erwartungen, aber ein paar gemeinsame Fans. Also sangen wir "I Want It That Way" mit ihnen und die Menge ist ausgerastet. Danach noch "As Long As You Love Me" - und die Reaktion blieb gleich. Also sagten wir uns: Warum nicht?
Worin siehst du den Unterschied zwischen beiden Bands, was sind die Gemeinsamkeiten?
Dorough: Der Unterschied ist, dass wir aus verschiedenen Zeiten kommen. Die New Kids waren auf jeden Fall vor uns da und sie waren die erste richtige Boygroup der Achtziger, hatten riesigen Erfolg. Die BSB haben von den New Kids viel gelernt. Ich denke nicht, dass die Musik uns großartig unterscheidet, sondern es sind die verschiedenen Zeiten, aus denen wir kommen. Beide machen wir Popmusik, bei uns tendiert es eher zum RnB und wir wollten, dass jeder bei uns die Lead-Vocals singen kann, eine Chance als Sänger bekommt. So haben wir die Dinge bei uns angefasst.
Gestaltet ihr die Live-Show gemeinsam, oder gibt es ein Set für jede Band?
Dorough: Es gibt beides. Zunächst kommen wir zusammen auf die Bühne. Danach macht jede Band ein eigenes Set, mit eigenen Liedern. Wir wollen sicher gehen, dass unsere Fans zufrieden sind. Wir wollen nicht, dass sie sich betrogen fühlen. In der Mitte vereinen wir uns und am Ende der Show singen wir noch den gemeinsamen Song "Don't Turn Out The Lights". Das macht uns sehr viel Spaß.
Werdet ihr auch tanzen?
Dorough: Natürlich, so wie wir es früher auch getan haben. Einige Songs haben wir verbessert mit Tanzeinlagen. Unsere Anfänge spielen eine große Rolle, das Tanzen, Singen, die Show, die Bühne, alles.
Ihr seid sehr jung berühmt geworden. Einige von euch sind jetzt Eltern, haben Kinder. Wie ist das Gefühl, jetzt mit den alten Songs wieder auf die Bühne zu gehen?
Dorough: Es ist großartig! Wir haben die alten Songs so oft gesungen. Und manchmal hast du sie auch über, aber die Fans wollen sie hören! Wir haben sie neu arrangiert, für uns ein bisschen aufgefrischt. Wir geben unseren Fans, was sie hören wollen.
Für beide Bands ist es aufregend, zurückzublicken. Für uns sind es 15 Jahre, für die New Kids sind es schon 25! Wenn du auf der Bühne bist, ist es wie vor 15 Jahren. Sehr schön.
Gibt es für die Fans eine Möglichkeit, euch zu treffen? Vielleicht nach der Show?
Dorough: Wir wollen ein Meet & Greet anbieten vor der Show. Vielleicht auch eine Soundcheck-Party. Aber wir wollen auch After-Partys machen für Leute, die nach der Show weiter feiern wollen. Diese Partys waren bei der Veröffentlichung meines Soloalbums eine gute Möglichkeit, um unbekannte Songs zu präsentieren und den Fans die Chance zu geben, uns anders kennenzulernen.
Erinnerst du dich an Leipzig?
Dorough: Leipzig! Ja, wir waren da und es ist großartig, zurückzukommen nach Deutschland. Wir haben viele Jahre dort verbracht, sind überall rumgetourt. Ich habe tolle Erinnerungen an Deutschland, an die frühen Tage. Ich hatte deutsche Freundinnen, habe Bratwurst und Wiener Schnitzel gegessen, Hefeweizen getrunken. Deutschland hat Großartiges zu bieten.
Siehst du dir die Städte an, in denen ihr spielt?
Dorough: Auf jeden Fall, klar. Mit meiner Frau und meinem Sohn, aber auch für mich selbst versuche ich interessante Orte zu besuchen, die ich noch nicht kenne.
Was kommt nach der Tour?
Dorough: Nach dieser Tour werden die BSB und die New Kids wieder getrennt touren. Parallel dazu werden wir auch wieder ins Studio gehen und neue Songs aufnehmen.
Geht die Zusammenarbeit mit den New Kids weiter?
Dorough: Das wissen wir noch nicht genau. Jetzt machen wir Europa, Australien, dann Philippinen. Ob die Tour weitergeht, hängt davon ab, ob die Promoter die Tour in verschiedene Länder bringen können. Wir würden die Zusammenarbeit gerne weiterführen.
Wie lange willst du selbst noch im Musikgeschäft bleiben?
Dorough: So lange ich singen und Leute unterhalten kann. Ich habe da viele Träume, mit den BSB oder als Solosänger, ich möchte andere Künstler unterstützen und produzieren. Tatsächlich manage ich die Gruppe "neverest" aus Kanada. Die supporten die NKOTBSB-Tour in Deutschland. Ich bin gespannt auf die Arbeit mit ihnen.
Die Backstreet Boys und New Kids On The Block treten an diesem Sonntag 19.30 Uhr in der Arena Leipzig auf.