Burgenlandkreis: Fünf Jahre «Arche Nebra»

17.06.2012 08:34 Uhr
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«Arche Nebra» in Wangen

Im archäologischen Erlebniszentrum «Arche Nebra» in Wangen wurde der 450.000 Besucher begrüßt. (FOTO: ARCHIV/DAPD)

Von Thomas Schöne
Die Himmelsscheibe von Nebra lockt jährlich Tausende an ihren Fundort. Das dortige Besucherzentrum widmet sich aber auch der Geschichte Ägyptens.
Wangen/Nebra/dpa. 

Das Besucherzentrum „Arche Nebra“ in der Nähe des Fundortes der über 3600 Jahre alten Himmelsscheibe (Burgenlandkreis) feiert am Mittwoch sein fünfjähriges Bestehen. „Die Faszination der Menschen für die Himmelsscheibe ist ungebrochen“, sagte Geschäftsführerin Bettina Pfaff der Nachrichtenagentur dpa. „In den ersten Monaten nach der Eröffnung wurden wir von den Menschen regelrecht überrannt.“ Bislang seien mehr als 450 000 Besucher gekommen, die Erwartungen damit übertroffen worden.

Der architektonisch eigenwillige Komplex des Besucherzentrums erinnert stilistisch an eine Barke, einem Symbolelement auf der Himmelsscheibe. Noch bis zum 4. November ist dort eine Sonderschau unter dem Motto „Eiszeitriesen - Mammuts in Nebra“ zu sehen. Zudem laufen bereits jetzt die Vorbereitungen für eine große Schau im kommenden Jahr. Vom 26. April 2013 an sei die Ausstellung „Reise in die Unsterblichkeit - Ägyptische Mumien und das ewige Leben“ zu sehen, sagte Pfaff.

„Gezeigt werden Jahrtausende alte Originale und Alltagsgegenstände der alten Ägypter aus der Zeit vor rund 4700 bis rund 2000 Jahren“, sagte Pfaff. Dazu gehörten Goldschmuck, Kosmetikschalen, Vasen, Hocker, Spiegel und Papyri-Fragmente, unter anderem aus einem altägyptischen Totenbuch. Die Leihgaben für die Schau stammen aus dem Ägyptischen Museum in Florenz (Italien). Dann hoffe das Zentrum auf noch mehr Gäste auch aus dem Ausland. Bislang kamen auch viele Schulklassen, um sich über die Geschichte der Himmelsscheibe zu informieren. Aus dem Ausland kamen Besucher aus China, Israel, Ungarn, den USA, Mexiko, Brasilien und Argentinien.

Im Jahr 1999 hatten zwei Männer die Bronzescheibe, die die älteste konkrete Himmelsdarstellung der Welt zeigt, illegal auf dem Mittelberg bei Wangen ausgegraben. Das Original der Himmelsscheibe ist aus Sicherheitsgründen in der Dauerausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen. Der Fundort auf dem 252 Meter hohen Mittelberg wird heute von einer glänzenden überdimensionierten Edelstahlscheibe und einem 30 Meter hohen Aussichtsturm markiert.