Dresden: Sixtinische Madonna wird 500 Jahre alt

25.05.2012 16:27 Uhr | Aktualisiert 25.05.2012 16:31 Uhr
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Sixtinische Madonna

Besucher vor der Sixtinischen Madonna in Dresden. (FOTO: DAPD)

Die neue Dresdner Sonderausstellung zum 500. Jubiläum der Sixtinischen Madonna ist nach Ansicht des Generaldirektors der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Hartwig Fischer, dem Meisterwerk schlechthin der Gemäldegalerie Alte Meister gewidmet.
Dresden/dapd. 

„Die Sixtinische Madonna - Raffaels Kultbild wird 500“ zeige in einem neuen Ansatz, wie das Gemälde im Laufe der Jahrhunderte diesen Rang erhielt, sagte Fischer am Freitag in Dresden.

Das Bild des Renaissance-Malers Raffael (1483-1520) wird von Samstag (26. Mai) bis zum 26. August in der Gemäldegalerie als Kultbild im doppelten Sinne präsentiert: Als Herzstück eines kirchenähnlichen Ausstellungsraumes erinnert es an seine ursprüngliche Bestimmung als Altarbild. Zugleich thematisiert die Schau anhand von 250 Exponaten, wie das Gemälde und besonders die beiden Engel vom unteren Bildrand auch unter Laien weltbekannt und „Kult“ wurden.

Die Ausstellung gliedert sich in vier Bereiche, wie der Kurator Andreas Henning sagte: Die Entstehungsgeschichte des Gemäldes um 1512 in Rom, sein „spektakulärer“ Ankauf durch den sächsischen Kurfürsten und polnischen König August III. für seine Dresdner Gemäldegalerie zwischen 1752 und 1754, die Entwicklung des Gemäldes zum „Mythos“ in den folgenden Jahrhunderten sowie die eigene „Karriere“ der Engelchen. Für die Ausstellung, die Henning zufolge vier Jahre lang vorbereitet worden war, wurden kostbare Leihgaben aus verschiedenen europäischen Museen nach Dresden geholt, etwa die Raffael-Gemälde der „Donna Velata“ und des Sixtina-Auftraggebers Papst Julius II. oder Skizzen Raffaels von Müttern und Kindern.

Zwtl.: Ein neuer goldener Rahmen für die Sixtina

Für die Ausstellung im Erdgeschoss der Gemäldegalerie hat die Sixtina den Angaben zufolge zum ersten Mal seit 20 Jahren ihren Platz verlassen und zum ersten Mal seit 1956 einen neuen, vergoldeten Rahmen erhalten. Dafür fertigte eine Münchner Firma in historischer Technik und mit historischen Materialien die Kopie eines Tabernakelrahmens aus der italienischen Renaissance an. Die Wand, an der die Sixtina die vergangenen 20 Jahre hing, wird unterdessen für die Dauer der Ausstellung von einem modernen Gobelin der Künstlerin Katharina Gaenssler verhüllt. Das Werk „Sixtina 2012“ zeigt die Raumflucht in der Gemäldegalerie, die normalerweise zu dem Kunstwerk hin führt, und suggeriert so eine dreidimensionale Tiefe.

Wie die Sixtina nach Ende der Ausstellung und Modernisierung der Gemäldegalerie präsentiert werde, sei noch offen, sagte der Direktor der Gemäldegalerie, Bernhard Maaz. Bei Jubiläen sei es doch so: „Man zieht Bilanz und startet neu.“

Hauptsponsor der Ausstellung ist die Sparkassen-Finanzgruppe. Auch Stiftungen sowie private Förderer, die ungenannt bleiben möchten, hätten das Projekt unterstützt, sagte SKD-Chef Fischer.