Elton John hat sein erstes Buch veröffentlicht. (ARCHIVFOTO: DPA)
Drogenabhängig, selbstsüchtig und selbstzerstörerisch: Als 1980 die ersten Aidsfälle bekannt wurden, befand sich Elton John in einem heftigen Absturz. Während der Pop-Weltstar ungeschützten Sex mit wechselnden Partnern hatte, verlor er Dutzende Freunde durch die Immunschwächekrankheit.
In seinem ersten Buch "Love is the Cure", das heute im Hoffmann und Campe Verlag erscheint, beschreibt der 65-Jährige auf 224 Seiten seine persönlichen Erfahrungen mit Aids und seine Bemühungen, die Epidemie zu bekämpfen. Nach jahrelanger Fließbandproduktion und einer Art Dauertournee mit mehr als 2 000 Konzerten setzten John der jahrelange Alkohol- und Kokainmissbrauch sowie finanzielle Schwierigkeiten schwer zu. Erst der Tod des aidskranken Jugendlichen Ryan White veränderte sein Leben. "Als sich seine Augen schlossen, öffneten sich meine. Und seitdem sehe ich die Welt anders", schreibt John.
Der britische Sänger gründete 1992 eine der größten Aids-Organisationen der Welt, die "Elton John Aids Foundation". Die Stiftung hat die Mission, die Immunschwächekrankheit zu bekämpfen und konnte über 225 Millionen Euro für Projekte in 55 Ländern aufbringen. John sei immer offen und offensiv mit HIV und Aids umgegangen, sagte der Sprecher der Deutschen Aids-Hilfe, Holger Wicht. Der Musiker engagiere sich besonders für stigmatisierte Gruppen wie Drogenkonsumenten und Sexarbeiterinnen. Bis heute ist Aids eine Krankheit, die mit Homosexuellen in Verbindung gebracht wird. John beschreibt diese Stigmatisierung in seinem Buch als Vorwand vieler Kirchenvertreter und Politiker, sich abzuwenden und einer Gruppe die Schuld zuzuschieben, die sie ohnehin verachteten.
Der Musiker und sein Partner David Furnish gehörten nach der Gesetzesänderung kurz vor Weihnachten 2005 zu den 687 ersten britischen Paaren, die den Bund fürs Leben schlossen. Eine Leihmutter brachte am 25. Dezember Zachary Jackson Levon Furnish-John zur Welt.