Der Comedian Oliver Welke sowie die restliche Mannschaft der Nachrichtensatire erhalten den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus. (FOTO: DPA)
Die Auszeichnung wird am 10. Oktober in Hamburg verliehen, wie die Jury am Donnerstag mitteilte. Der Sonderpreis geht an den Literaturjournalisten Denis Scheck für seine Sendung «Druckfrisch» im Ersten. Gastgeber der Preisverleihung ist der Norddeutsche Rundfunk (NDR).
Welke sagte laut einer Mitteilung des ZDF: «Das Team und ich empfinden die Auszeichnung als Ritterschlag und sind wahnsinnig stolz.» Die Ahnenreihe der bisherigen Gewinner sei «absolut Ehrfurcht gebietend. Sind wir eigentlich ab jetzt Journalisten?». Welke moderiert die bereits mehrfach preisgekrönte «Heute Show» seit Mai 2009 und ist von August an auch Hauptmoderator der ZDF-Übertragungen der Fußball-Champions League.
Welke sei mit der «Heute Show »ein intelligentes, eigenständiges und qualitätsorientiertes Fernsehformat gelungen«, begründete die Jury. Darin verknüpfe der 46-jährige Moderator »die klassische politische Satire mit den bildhaften Verzerrungen der Karikatur und verschafft so der Kritik an Politik und Gesellschaft im Medium Fernsehen einen eigenen Platz«.
Zwtl.: Lob für »humorige Erkenntnis«
Die Jury lobte besonders Welkes Sprach- und Moderationsstil: »Nie platt, verblüffen Wortspiel, Körpersprache und Mimik und verführen zu humoriger Erkenntnis: Aufklärung mit Genuss in Zeiten des Politikverdrusses und des Misstrauens gegenüber herkömmlicher Berichterstattung.« Die Auszeichnung einer Comedy erinnere in besonderer Weise an den 1995 verstorbenen, ehemaligen »Tagesthemen«-Moderator Hanns-Joachim Friedrichs, »dessen Moderationen auch als Sportchef des ZDF stets durch Sprachwitz gekennzeichnet waren«.
Schecks Sendung »Druckfrisch« bezeichnete die Jury als »die lebendigste Büchersendung im deutschen Fernsehen«. Der 47-Jährige sei ein »sprachmächtiger und unerschrockener Literaturkritiker« sowie »feinsinniger Interviewer und Störenfried des Büchermarktes«. Seine Sendung zeige, dass Literatur mehr sei als Buchdruck und näher am Leben als manche Dokumentation.
Der Hanns-Joachim-Friedrich-Preis würdigt seit 1995 herausragende Leistungen des kritischen Fernsehjournalismus. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, der Sonderpreis mit 2.500 Euro. Im vergangenen Jahr war ZDF-Reporter Johannes Hano einer der Preisträger. In früheren Jahren wurden unter anderen Antonia Rados, Anne Will, Eric Friedler, Nikolaus Brender und Claus Kleber ausgezeichnet.