Hallescher Kunstverein Talstraße: Jetzt wird gebaut

20.07.2012 19:21 Uhr | Aktualisiert 20.07.2012 19:23 Uhr
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Plan

So soll es aussehen, wenn der Anbau in der halleschen Talstraße errichtet sein wird. (FOTO: KUNSTVEREIN TALSTRASSE)

Von andreas montag
Noch im Spätsommer soll der Grundstein gelegt und der Neubau begonnen werden, für den die Mitglieder und Freunde des halleschen Kunstvereins Talstraße so gekämpft haben. Noch kurz vor Toresschluss schien das Projekt zu wackeln, aber schließlich kam auch aus dem Kultusministerium in Magdeburg grünes Licht.
Halle (Saale)/MZ. 

Nun wird es also ernst: Noch im Spätsommer soll der Grundstein gelegt und der Neubau begonnen werden, für den die Mitglieder und Freunde des halleschen Kunstvereins Talstraße so gekämpft haben. Noch kurz vor Toresschluss schien das Projekt zu wackeln, aber schließlich kam auch aus dem Kultusministerium in Magdeburg grünes Licht.

Der Traum vom Erweiterungsbau für die Villa am Kröllwitzer Saaleufer ist nicht neu, die ersten Ideen machten im Jahr 2000 die Runde, sagt Matthias Rataiczyk, der Vorsitzende des Kunstvereins und selbst Künstler wie seine Eltern, Rosemarie und Werner Raitaiczyk, in deren Haus der 1991 gegründete Verein seit 1994 sein Domizil hat. Schon bald zeigte sich, dass man mit den zur Verfügung stehenden Räumen im Hochparterre nicht auskommen würde. Hier geraten spannende Themen mit der bescheidenen Ausstellungsfläche häufig in Konflikt - zumal, wenn das Publikum reichlich strömt, was sich Künstler wie Ausstellungsmacher aber schließlich von Herzen wünschen.

Gerade jetzt, da die Ausstellung mit Fotografien der halleschen Künstlerin Eva Mahn förmlich "gestürmt" wird, fällt diese Beengtheit wieder besonders auf. In den ersten zehn Tagen haben Matthias Rataiczyk und Christin Müller-Wenzel vom Kunstverein 1 000 Besucher in der Schau gezählt, womit die Möglichkeiten der kleinen Vereinsgalerie in jeder Hinsicht erschöpft sind.

Bereits im Mai 2007 hatte die Mitgliederversammlung des Kunstvereins einstimmig beschlossen, ein Architekturbüro zu beauftragen, ob und wie eine bauliche Erweiterung der bisher genutzten Räume überhaupt möglich sein würde. Immerhin ist die Lage des Hauses in der Talstraße eine besondere, nicht nur wegen ihrer landschaftlichen Schönheit - sondern eben auch, weil man in solcher Gegend nicht einfach so baut. Also musste die Änderung des Bebauungsplanes für das Grundstück eingereicht werden.

Drei Monate später, im August 2007, wurde dann auch der damalige Kultusminister Sachsen-Anhalts, Jan-Hendrik Olbertz, in die Pläne des Kunstvereins eingeweiht. Der heutige Amtsträger, Stephan Dorgerloh, hat sich den Charme des Ortes und die Plausibilität der Erweiterungspläne bald zueigen gemacht, die Mühlen haben erfolgreich gemahlen: Nun liegen Zusagen der Landesinvestitionsbank für eine Förderung sowie von der Saalesparkasse zur Übernahme der Finanzierung noch fehlender Eigenmittel vor. Für die haben die Talsträßler allerdings eifrig und erfolgreich getrommelt, 100 000 Euro sind aus privater Hand für den Bau gespendet worden, das Interesse weiterer Unterstützer liegt inzwischen vor.

Was wird der dreigliedrige Bau samt dem gläsernen Verbinder zur Villa bringen? Immerhin einen Zuwachs an Ausstellungsfläche von 120 Quadratmetern, hinzu kommen im Erdgeschoß des Neubaus, das auf Straßenniveau liegen wird, neben der Kasse Räume für das Depot, eine kleine Bibliothek und ein Sanitärbereich einschließlich einer behindertengerechten Toilette.

Nun, da das Projekt gewissermaßen auf die Zielgerade kommt, können sich alle, die es gefördert haben, gegenseitig auf die Schulter klopfen. Die Planer, die zunächst auf Treu und Glauben gearbeitet haben, ohne zu wissen, ob der Bau genehmigt werden wird und ihr Job sich auszahlt. Die Vereinsspitze, voran Matthias Rataiczyk, ohne deren erfolgreiche Ausstellungen über einen Neubau gar nicht zu sprechen gewesen wäre. Und die Besucher des Kunstvereins natürlich, Hallenser und ihre Gäste, die sich den geplanten Eröffnungstermin schon mal vormerken können: Spätestens im Dezember 2013 soll der Bau fertig sein. Mit welcher Schau? Die wird schon geplant, aber noch nicht verraten, sagt Rataiczyk. Für die Spender aber ist noch eine besonderer Dank in Arbeit, mehr als die übliche Sammlung von Namensplaketten: Vier Burg-Absolventinnen und ihr Lehrer Bernd Göbel arbeiten an einer plastischen "Erinnerungswand".

Aber bis zur Eröffnung des Neubaus wird der Kunstverein natürlich nicht untätig sein: Zu Weihnachten soll es eine Charles-Crodel-Ausstellung geben, im Februar eine Schau mit Glaskunst aus Prag.