Inernet: Naturliebhaber-Fernsehen bei Gartenzwerg.TV

10.08.2012 19:45 Uhr | Aktualisiert 10.08.2012 20:58 Uhr
Gartenzwerge und Schrebergärten sind spießig? Von wegen! (FOTO: DPA) 
Von Tilmann P. Gangloff
An Gartenzwergfreunde, aber auch an andere Naturliebhaber richtet sich Gartenzwerg.tv. Das Internet-Fernsehangebot bietet "allen, die gerne draußen sind" eine Vielzahl von Denk- und Tatanstößen.
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Halle (Saale)/MZ. 

Gartenzwerge gelten im Allgemeinen als untrügliches Signal für Spießertum, und dem Schrebergarten haftet immer noch der Ruf an, eines der letzten Refugien der Kleinbürgerei zu sein. Doch die Zeiten haben sich geändert, findet Marc Daum: "In Kleingartenanlagen trifft man immer mehr Menschen zwischen dreißig und vierzig." An sie, aber auch an andere Naturliebhaber richtet sich Gartenzwerg.tv. Das Internet-Fernsehangebot bietet "allen, die gerne draußen sind" eine Vielzahl von Denk- und Tatanstößen.

Für Bauernkinder und Stadtpflanzen

Zielgruppe sind keineswegs nur Menschen mit eigenem Garten, schließlich kann man auch den Balkon in eine kleine Oase verwandeln; und für die Umsetzung der Freizeittipps muss man bloß vor die Haustür gehen. Die Aufforderung "Macht, dass ihr rauskommt!" richtet sich zwar an die ganz jungen Nutzer, die im Rahmen von Spielen lernen können, wie man den Wald erspürt, aber sie gilt naturgemäß für alle potenziellen Nutzer. Jeden Donnerstag steht ein neuer Film auf der Website www.gartenzwerg.tv Die Beiträge dauern in der Regel drei bis vier Minuten, dazu gibt es diverse Hintergrundinformationen. Die Themen sind so vielfältig wie die Natur selbst: Mal geht es darum, Schnecken von Nutzpflanzen fernzuhalten, oder an den richtigen Stellen nach Pfifferlingen zu suchen, mal gibt es Berichte über den Prinzessinnengarten in Berlin oder die Kölner Messe "Home & Garden". In anderen Filmen kann man lernen, wie Rosen oder Obstbäume korrekt geschnitten werden oder wie man Kartoffeln auf der Fensterbank zieht. Außerdem gibt es immer wieder originelle Ideen; eine selbst gebastelte Lampe aus Waldfundstücken hat nicht jeder.

Fortgeschrittenen Gartenfreunden mag Gartenzwerg.tv nicht viel Neues bieten. Aber die Initiatoren betrachten das Web-TV ohnehin "weniger als Gartenmagazin, sondern vor allem als Lifestyle-Angebot", wie Marc Daum erläutert. Und da Lifestyle immer auch Zeitgeist heißt, finden sich außerdem einige esoterisch anmutende Elemente wie Wald-Yoga oder Naturklangmeditation. Daum ist einer der vier Köpfe, die hinter dem Projekt stecken. Die zwei Männer und zwei Frauen sind allesamt Journalisten und darüber hinaus Filmregisseur, Redakteur, Sportlehrerin, Medientrainer, Marketing-Experte und Yoga-Lehrerin. Alle waren "begeisterte Stadtpflanzen", sind aber nicht zuletzt der Kinder wegen ins Bergische Land vor die Tore Kölns gezogen.

Fernsehen ohne Werbung

Im Unterschied zu den meisten anderen kommerziellen Internet-Angeboten kommt Gartenzwerg.tv ganz ohne Werbung aus. Das Projekt wird vom nordrhein-westfälischen AV-Gründerzentrum gefördert. Derzeit ist die vor wenigen Monaten gestartete Website ein Zuschussgeschäft, in das die Macher vor allem Zeit investieren. Langfristig aber soll das Projekt auf eigenen Beinen stehen. Für die finanzielle Basis sollen Imagefilme und Web-TV-Konzepte sorgen, die das Quartett für Firmen aus dem Bereich Natur und Freizeit produzieren möchte.