Sodann spricht May. (FOTO:ZEITBRÜCKE)
Knapp hundert Jahre nach dem Tod des Schriftstellers Karl May, der ebenso wie der Schauspieler und frühere Theaterchef aus Sachsen stammt, setzte sich der Ex-Tatort-Kommissar wie alle anderen Freiwilligen in Zelle 2 im ersten Stock über dem Stadtarchiv von Mittweida, um Karl May zu einem späteren "Kulturweltrekord" zu verhelfen: An der weltweit längsten Dauerlesung nahmen neben Sodann auch andere prominente May-Fans wie die Schauspielerin Susanne von Borsody und "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer teil.
Auf deren Unterstützung muss Peter Sodann bei seinem neuesten Karl-May-Projekt zwar verzichten. Für echte May-Liebhaber aber ist das von ihm eingesprochene Hörbuch "Karl May - Vom Hochstapler zum Bestsellerautor" dennoch ein Muss. Autor Christian Bless hat die Lebensgeschichte des umtriebigen und nicht immer ganz gesetzestreuen Spätstarters in vier Kapitel geteilt: Auf die Geschichte der Kindheit folgt die tragische Erzählung der verhinderten Lehrerkarriere, May rutscht ab in die Gewohnsheitsbetrügerei, er landet im Gefängnis Waldheim. Mit 33 erst beginnt er zu schreiben, mit 49 feiert er seinen Durchbruch zum Bestsellerautor. Sodann spricht den Karl May mit tiefer, vom Leben angekratzter Stimme, Dieter Klebsch und Ines Deinert übernehmen die erzählenden und einordnenden Passagen. Unterlegt mit atmosphärischer Musik und dokumentarischen Geräuschen entsteht so ein spannender Hör-Krimi.