Kinostart 12. April: «Einer wie Bruno»

09.04.2012 14:38 Uhr | Aktualisiert 12.04.2012 09:35 Uhr
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«Einer wie Bruno»

Christian Ulmen hat schon viele Figuren verkörpert: Dieses mal ist es der geistig zurückgebliebene Bruno. (FOTO: DPA)

Von MARTIN SCHWICKERT
In Anja Jacobs' "Einer wie Bruno" spielt der ehemalige MTV-Moderator Christian Ulmen einen geistig behinderten Vater, der allein mit seiner 13-jährigen Tochter lebt.
Halle (Saale)/MZ. 

Ob als Gewerbeaufsichtsbeamter in "Männerherzen", als Ritter in "Wickie auf großer Fahrt" oder als Mehrfachsitzenbleiber und überalterter Gesamtschüler in "Jonas" - vor Christian Ulmen gibt es kein Entrinnen. In Anja Jacobs' "Einer wie Bruno" spielt der ehemalige MTV-Moderator nun einen geistig behinderten Vater, der allein mit seiner 13-jährigen Tochter lebt.

Eine solche Rolle einem ausgewiesenen TV-Komiker wie Ulmen zu übertragen, ist ein gewagtes Unterfangen. Denn in der öffentlichen Wahrnehmung ist Ulmen zu sehr in seinen eigenen Fernsehformaten gefangen, die einen unvoreingenommenen Blick auf die Figur in diesem Film verstellen. Dabei birgt die Grundkonstellation einer Vater-Tochter-Beziehung, in der das Mädchen langsam erwachsen wird und der Vater auf dem geistigen Stand eines Zehnjährigen stehen geblieben ist, ein interessantes Konfliktpotenzial. Nach dem Tod der Mutter musste Radost (Lola Dockhorn) mehr Verantwortung tragen, als einem Kind in ihrem Alter gut tut.

Vor der Betreuerin des Jugendamtes gelingt es Vater und Tochter nach eingeübtem Rollenspiel den Schein eines funktionierenden Eltern-Kind-Alltages aufrecht zu erhalten. Bruno räumt im Supermarkt Regale ein und Radost bringt vom Gymnasium gute Noten mit nach Hause. Aber allmählich möchte die Tochter eigene Wege gehen, ohne sich immer um den Vater kümmern zu müssen.

Ulmen spielt die enervierenden wie sentimentalen Seiten der Figur mit seinem typischen Hang zu schauspielerischer Überdosierung. Das tut dem Film nicht gut, auch wenn er den Fokus auf die Perspektive des jungen Mädchens legt, das lernen muss, die eigenen Bedürfnisse gegen die Verantwortung für ihren Erziehungsberechtigten durchzusetzen.

Aber Ulmens aufdringliches Spiel kleistert eine interessante Geschichte zu, die mehr Sensibilität und weniger Promischaulust verdient gehabt hätte.

Einer wie Bruno

Tragikomödie, D 2011,Regie: Anja Jacobs

FSK: ab 6 Jahre

Der Film startet u. a. in der Schauburg in Leipzig.