Kinostart 14. Juni: «17 Mädchen»

11.06.2012 10:06 Uhr | Aktualisiert 14.06.2012 09:07 Uhr
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«17 Mädchen»

Die Mädchengang Solene Rigot (l-r) als Mathilde, Juliette Darche als Julia, Louise Grinberg als Camille, Roxane Duran als Florence und Esther Garrel als Flavie in einer Szene des Kinofilms «17 Mädchen». (FOTO: DPA)

Von ANDRÉ WESCHE
Camille ist schwanger. Zunächst ist die 16-Jährige schockiert, doch dann freundet sie sich mit dem Gedanken an und entdeckt jede Menge Vorteile, vor allem den, sich von zu Hause zu lösen und rasch erwachsen zu werden.
Halle (Saale)/MZ. 

Die Bewohner der französischen Stadt Lorient in der Bretagne unterscheiden im Wesentlichen zwischen zwei Wetterlagen: Entweder es regnet oder der Fischereihafen stinkt, wie immer, wenn die Sonne scheint. Den Schülern des örtlichen Gymnasiums bleiben nicht viele Freizeitmöglichkeiten. Manchmal treffen sie sich im Fastfood-Tempel und teilen sich eine Cola. Zu mehr reicht es nicht, auch wenn die Eltern noch so sehr rackern und ihre Kinder deshalb viel zu oft allein lassen.

Camille ist bei einem One-Night-Stand schwanger geworden. Die Erfahrungen, die sie nun sammelt, sind gar nicht mal so übel. Zum vielleicht ersten Mal in ihrem Leben bringt man ihr etwas Respekt und Aufmerksamkeit entgegen.

Von Camille geht jetzt ein Strahlen aus, wenn sie über den Schulhof wandelt. Und wenn sie ihren Mitschülerinnen erzählt, dass sie ihr Kind austragen möchte, weil sie dann wenigstens einen Menschen im Leben hat, der sie bedingungslos liebt, erntet sie Blicke aus glänzenden Augen dafür.

Es dauert nicht lang, bis eine unbeliebte Außenseiterin Camille nacheifert. In guter Hoffnung wird Florence tatsächlich integriert. Das Signal ist deutlich. Von nun an setzen die verbliebenen Mädchen der Klassenstufe alles daran, schwanger zu werden. Ihr Erfolg sorgt für äußerst eindrucksvolle Klassenfotos und für Ratlosigkeit auf der Lehrerkonferenz. Die werdenden Mütter planen ein gemeinsames Leben danach und ihr Feindbild ist klar. Niemals wollen sie so enden wie ihre Eltern….

Die Regisseurinnen Delphine und Muriel Coulin haben für ihre Verfilmung eines wahren Ereignisses (!) den perfekten Ton gefunden. Die jungen Schauspielerinnen bewegen sich völlig ungezwungen vor einer Kamera, die stets das wahre Leben einzufangen scheint.

17 Mädchen

Drama, F, Belgien 2012, Regie: Delphine und Muriel Coulin

fsk: ab 12 Jahre

Der Film startet u. a. in den Passage-Kinos Leipzig, Hainstr. 19a.