Kinostart 17. Mai: «Die Kunst zu lieben»

14.05.2012 11:19 Uhr | Aktualisiert 18.05.2012 09:36 Uhr
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«Die Kunst zu lieben»

Achille (Francois Cluzet) freut sich über die luftig Bekleidete von nebenan (Frederique Bel). (FOTO: DPA)

Von juliane gringer
Paris ist die legendäre Stadt der Liebe. Die Bewohner taumeln deshalb jedoch längst nicht alle glückstrunken durch die Straßen.
Halle (Saale)/MZ. 

Das vielleicht intensivste und gleichzeitig flüchtigste Gefühl der Welt zeigt auch hier seine gnadenlose Vielfalt: Von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Das bildet Regisseur Emmanuel Mouret in diesem zutiefst französischen Film mit leichter Hand gekonnt ab: Er stellt eine Reihe von Menschen vor und beobachtet, wie sie sich in der „Kunst zu lieben“ versuchen.

Da ist zum Beispiel Isabelle, die seit einem Jahr keinen Sex mehr hatte, was ihre Freundin Zoe absolut inakzeptabel findet und ihr gleich noch den eigenen Mann leihweise anbietet, um dieses Problem aus der Welt zu räumen. Achille verstrickt sich mit seiner attraktiven Nachbarin in einen immer komplizierter werdenden Dialog über Liebe und Beziehungen. Amélies Kumpel Boris will mehr als nur Freundschaft. Und zwei Paare kämpfen mit Nähe und Distanz in der Partnerschaft und dem komplizierten wie leidigen Thema des persönlichen Freiraums, den jeder Partner in einer Beziehung braucht.

Einige der Protagonisten treffen zufällig aufeinander, Geschichten verstricken sich, andere lösen sich auf. Mouret berichtet sensibel und gleichzeitig nüchtern von all diesen Menschen und zeigt dabei eleganten, feinen Witz.

Den Rahmen der Handlung bildet die Erzählung von einem Pianisten, der die Musik der Liebe spielen konnte. Gemeint ist eine Melodie, die jeder hören soll, wenn er das Glück findet - eine Art Soundtrack der großen, wahren Liebe. Natürlich ertönen bewegende, atmosphärische Klänge, die großformatige Bilder untermalen. Der Pianist selbst kann diese Melodie erst hören, als er schwer krank und dem Tode geweiht ist. Glück und Tragik zugleich: Mouret gelingt es, genau das abzubilden, ohne dabei kitschig zu sein.

Die Kunst zu lieben Komödie, F 2011, Regie: Emmanuel Mouret fsk: ohne altersbeschränkung Der Film startet u. a. im Lux am Zoo, Halle, Seebener Straße 172.