Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt) und Fred Jones (Ewan McGregor) fischen gemeinsam im Jemen. (FOTO: DPA)
Vom Titel abgesehen könnte „Lachsfischen im Jemen“ eine klassische Hollywoodkomödie sein, mit, sagen wir Cary Grant und Kathryn Hepburn. Alles dreht sich um einen so exzentrischen wie stinkreichen arabischen Scheich, der gewohnt ist, alles zu bekommen, was er sich wünscht. Dafür sorgen seine Assistenten. Emily Blunt spielt jene Harriet, die den neuesten Einfall ihres Chefs in die Tat umsetzen soll: Alfred Jones (Ewan McGregor), ein begabter Fischereiwissenschaftler in Regierungsdiensten, soll dabei helfen, in den Flüssen der Wüste nordatlantischen Lachs anzusiedeln.
Der absurde Einfall gefällt der Chefdiplomatin Patricia Maxwell (Kristin Scott Thomas) derart gut, dass sie keine Einwände hören will - ein großartiger PR-Coup scheint zu winken. Nur Jones ist zunächst nicht angetan von der Idee. Der unglücklich verheiratete Nerd lässt sich erst gegen 50 Millionen Pfund Gage überreden. Der Rest des Films vergeht im Bemühen, den Plan in die Tat umzusetzen. Die Dialoge sind kurzweilig und versprühen viel Charme, Terroristen sorgen für Spannung, können aber die Romanze nicht verhindern. Lasse Hallström inszeniert dies so brav und konventionell, wie man von ihm erwarten darf: Eine harmonische Botschaft, Naturaufnahmen und viele weiche Kamerafahrten, dazu klassische Filmmusik sind sein Rezept.
Mit anderen Worten: Der Film könnte alberner sein. So wie er ist, macht „Lachsfischen im Jemen“ Spaß, vor allem weil die Schauspieler mit großer Lust bei der Sache sind und das Drehbuch sehr komisch ist. Im Gegensatz zu Streifen mit Cary Grant und Kathryn Hepburn dürfte sich diesen Film in 50 Jahren aber niemand mehr angucken.
Lachsfischen im Jemen Komödie, GB 2011, Regie: Lasse Hallström fsk: ab 6 Jahre Der Film startet u. a. im Cinemaxx Halle und Magdeburg.