Kinostart 19. Juli: «Allein die Wüste»

17.07.2012 13:05 Uhr
Drucken per Mail
«Allein die Wüste»

Eine Wüstenaufnahme aus der Dokumentation «Allein die Wüste». (FOTO: DPA)

Mal raus aus dem Alltag, für längere Zeit irgendwohin, wo kein anderer Mensch ist. Davon träumte auch der Regisseur Dietrich Schubert. Er wagte das Abenteuer in der marokkanischen Wüste.
Berlin/dpa. 

Im September 2010 packte der deutsche Dokumentarfilmer neunzig 1,5-Literflaschen Trinkwasser und jede Menge Verpflegung ein, fuhr in die Wüste im Süden des Landes und baute im menschenleeren Nirgendwo sein Zelt auf. Herausgekommen ist die Doku „Allein die Wüste“, eine Art filmisches Tagebuch.

Mit seiner Kamera hielt der Regisseur seine Erlebnisse in der Wüste fest, Sandstürme zum Beispiel, bei denen der Wind feinen Sand durch die Gegend fegt und ohrenbetäubend laut ans Zelt peitscht. Ganz schön stressig, findet Schubert. Ansonsten aber passiert nicht viel. Hin und wieder kommt ein kleiner Vogel vorbei und holt sich die von Schubert hingestellte Ration Rosinen ab. Manchmal unterhält sich der Filmemacher mit „Herrn Maus“. „Ich habe ihm heute Nacht gedroht, ihm die Freundschaft zu kündigen und das Couscous zu streichen, wenn er mich wieder weckt“, erzählt Schubert aus dem Off.

Das ist dann für einen Moment durchaus unterhaltsam, trägt sich aber lange nicht über 85 Minuten. Die Naturaufnahmen aus der Wüste sind zwar schön, wirken mit der Zeit aber auch einschläfernd- meditativ. Vor allem aber kommen die Einblicke in Schuberts Leben in dieser Ausnahmesituation zu kurz. Was macht er den ganzen Tag? Vermisst er gutes Essen, seine Familie? Fünf Wochen unter solchen extremen Bedingungen zu leben, verändert einen Menschen sicher - aber wie, das thematisiert Schubert in „Allein die Wüste“ kaum.

Allein die Wüste, Deutschland 2011, 85 Min., FSK ab 0, von und mit Dietrich Schubert