Lorax (l) und Once-ler diskutieren in einer Szene des Kinofilms «Der Lorax». (FOTO: DPA)
Im englischsprachigen Raum gehören die Bücher des Dr. Seuss zum Standardinventar eines jeden Kinderzimmers. Hierzulande hat der überwiegende Teil des Publikums Geschichten wie „Der Grinch“, „Die Katze mit Hut“ oder „Horton hört ein Hu!“ wahrscheinlich erst durch deren Verfilmungen kennengelernt. Nun ist der Lorax, ein brummiges, pelziges Wesen, das den Umweltschutz verteidigt, bereit für den großen Popularitätsschub.
Willkommen in Thneedville, der perfekten Stadt, in deren knallbunten Straßen das pralle Leben pulsiert – allerdings ohne Pflanzen und Tiere. Wo zu auch, wenn man die Natur mittels Plastik effektiv und pflegeleicht nachempfinden kann? Das Mädchen Audrey hegt in dieser sterilen Welt einen großen Wunsch. Einmal im Leben möchte sie einen Baum sehen. Auch der angehende Teenager Ted verspürt ein Verlangen, dieses bezieht sich wiederum auf Audrey. Was also liegt näher, als das Begehren der jungen Dame zu erfüllen, um sich ihrer Gunst zu versichern?
In der Realität gestaltet sich das Besorgen eines Baumes allerdings schwierig. Ted muss den Once-ler finden, einen vereinsamten Typen, der mit dem Verschwinden der Bäume in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich stellt sich heraus, dass der Once-ler einst alle Warnungen des Naturschützers Lorax sträflich in den Wind geschlagen und die Bäume aus Profitgier gefällt hat. Mit verheerenden Folgen.
In den USA legte „Der Lorax“ einen tollen Start hin. In Deutschland wird das Animationsabenteuer kein Selbstläufer sein. Zum einen fehlt die Popularität der Vorlage, zum anderen sind die Gags vergleichsweise dünn gesät. Regisseur Chris Renaud hat mit „Horton hört ein Hu!“ bereits Seuss-Erfahrung gesammelt, wenn er nun seine Öko-Botschaft unter die Leute bringt, bedient er sich eher des dicken Pinsels als des Feinzeichners. Eine Fußnote: Danny DeVito leiht dem Titelhelden auch in der deutschen Fassung seine Stimme.
Der Lorax
Trickfilm, USA 2012,
Regie: Chris Renaud, Kyle Balda
FSK: ohne Altersbeschränkung
Der Film startet u. a. im Filmpalast Aschersleben, Cinemaxx Halle.