Der kleine Tiger und kleine Bär in einer Szene des Kinofilms «Janoschs Komm, wir finden einen Schatz!» (FOTO: DPA)
Janosch, der beliebte Kinderbuchautor, lässt seine Helden meistens auf eine Reise gehen, bei der der Weg das eigentliche Ziel bleibt. In "Oh wie schön ist Panama" machen sich die Freunde Tiger und Bär auf die Suche nach einem fernen Land, in dem alles ganz wunderbar nach Bananen duftet, und kommen am Schluss ohne es zu merken wieder an ihrem eigenen Haus an.
In "Komm, wir finden einen Schatz" ist es der Traum vom Reichtum, der sie bewaffnet mit einer Schaufel und einem Seil in die weite Welt hinaustreibt, wo sie einen Schatz suchen, finden und wieder verlieren. Irina Probost, die im letzten Jahr schon mit "Die Tigerentenbande" ins Janosch-Universum eingetaucht ist, hat nun angelehnt an den zweiten Teil der Tiger-Bär-Trilogie einen Trickfilm entworfen, der sich nur vage an die Handlung der Vorlage hält, aber ihrem Geist dennoch treu bleibt.
Nachdem Tiger und Bär beim Angeln eine Truhe mit einer Schatzkarte gefunden haben, machen sie sich auf die Suche nach dem Piratengold. Als Konkurrenz tauchen der Hund Kurt der knurrt und der angeberische Meisterdetektivkater Gokatz auf und schon bald ist die Schatzkarte in der Mitte zerrissen.
Dem unzertrennlichen Duo von Tiger und Bär schließt sich der redselige Hase Jochen Gummibär an, der Freunde sucht und sich erst einmal mit einer gemeinsamen Schatzsuche zufrieden gibt. Gemächlich tuckert die Abenteuerreise über die Leinwand, auch wenn die Filmversion einiges an kindgerechter Action hinzugedichtet hat und der zweidimensionale Zeicheneffekt im 3D-Verfahren zugunsten einer prächtig kolorierten Raumtiefe aufgegeben wurde.
Aber diese vorsichtigen Modernisierungen hält die Geschichte aus, die auch auf der Leinwand einfach der Nase lang zu gehen scheint und den "Schatz" der Freundschaft über alle materiellen Sehnsüchte stellt.
Komm, wir finden einen Schatz
Kinderfilm, D 2012, Regie: Irina Probost
fsk: ohne altersbeschränkung
Der Film startet u. a. im CineStar Leipzig, Petersstraße 44.