Kinostart 26. Juli: «The Dark Knight Rises»

23.07.2012 13:19 Uhr | Aktualisiert 26.07.2012 08:19 Uhr
Christian Bale als Batman in einer Szene des Actionthrillers «The dark knight rises». (FOTO: DPA) 
Von MARTIN SCHWICKERT
Man hört, wie sie brechen: die Knochen des Bruce Wayne (Christian Bale) und der schwarze Körperpanzer, der die wahre, menschliche Identität des Helden im Fledermauskostüm schützen soll. Gegen diesen Gegner hat der schwarze Ritter nicht den Hauch einer Chance.
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Halle (Saale)/MZ. 

Denn in dem wuchtigen, vernarbten Körper des maskierten Hünen Bane (Tom Hardy) steckt eine geschundene Seele, eine abgrundtiefe Wut und ein scharfer, zerstörerischer Verstand.

Nachdem Joel Schumacher mit "Batman & Robin" Batman in den Neunzigern der postmodernen Verballhornung preis gegeben hatte, setzte der britische Regisseur Christopher Nolan mit seinem Relaunch den schwarzen Ritter konsequent als differenziert gestaltete Schmerzensfigur in Szene. Nolans Batman war immer ein Held am Abgrund und dieser Abgrund wurde besonders tief ausgelotet, als Heath Ledgers Joker in "The Dark Knight" Gotham City mit seinem unberechenbaren Terror überzogen hat und sich in dem Schurken mit dem Clownsgesicht die Ängste und Traumata der Post-Nine-Eleven-Gesellschaft bündelten.

Auch die letzte Folge der Trilogie "The Dark Knight Rises" ist sehr nah dran am kriselnden Seelenzustand unserer Gegenwart: Seit acht Jahren hält Gotham City die Kriminalität dank des "Dent Acts" mit einem rigiden Polizei- und Überwachungsregime in Zaum. Patriot Act, Guantanamo und Abu Ghraib lassen grüßen. Aber in der Kanalisation macht sich eine Untergrundarmee zu schaffen. Die Fäden zieht hier der maskierte Bane, der Gotham nicht nur mit einer Neutronenbombe zerstören, sondern die Stadt zuvor mit einer sozialen Rebellion ins Chaos stürzen will. Wenn die aufgebrachten Horden durch Gothams Nobelbezirke marodieren, hat man das Gefühl Nachrichtenbilder einer nicht allzu fernen Zukunft zu sehen.

Aber trotz seiner zahlreichen realistischen Bezüge drängt sich die politische Metaphorik in "The Dark Knight Rises" nie in den Vordergrund. Der Film bleibt in allererster Linie ein ungeheuer spannendes Stück Unterhaltungskino. Das hat zum einen mit einer dicht geknüpften Dramaturgie zu tun und zum anderen mit einem breitgefächerten Figurenarsenal, in dem im Kampf zwischen Gut und Böse die moralischen Grenzen zwischen den Gegnern immer durchlässig bleiben.

Bruce Wayne und sein Widersacher Bane sind aus dem gleichen Holz geschnitzt, auch wenn sie unterschiedliche Konsequenzen aus den eigenen, traumatischen Erfahrungen gezogen haben. Selina später Catwoman (Ann Hathaway) zählt zu den illegalen Underdogs, muss aber im Zuge des Aufstandes ihre moralischen Parameter neu überprüfen. Ebenso vielschichtig wie die Figuren ist die visuelle Gestaltung des Filmes, die auf digitale Effekte fast vollständig verzichtet und atemberaubende Actionszenen mit leisen, intimen Sequenzen organisch verbindet. Auf allen Ebenen ist "The Dark Knight Rises" ein Bekenntnis zur Komplexität modernen Entertainments, das seine Zuschauer ernst nimmt, ihre Gegenwart popkulturell reflektiert und sie intelligent unterhält.

The Dark Knight Rises

Actionfilm, USA 2012, Regie: Christopher Nolan

FSK: Ab 12 Jahre

Der Film startet u. a. im Cinemaxx Halle und im UCI Dessau-Roßlau.