Szenenfoto: «Little Thirteen» ist ein Film, der schockiert. Und ist dabei weder sensationsheischend noch spekulativ. (FOTO: littlethirteen.x-verleih.de)
Halt suchen die jungen Mädchen in flüchtigen Begegnungen mit Jungs: Sex ist ihr Ersatz für Liebe, den Überblick über die Anzahl ihrer Bettpartner haben sie längst verloren.
Dabei sagt Sarah: "Das mache ich so lange, bis einer sagt, ,Ich bleib bei dir!‘" Mit Lukas könnte es anders sein, glaubt sie. Er ist tiefgründiger, will nicht nur mit ihr ins Bett, sondern interessiert sich ernsthaft für sie und entwickelt offenbar Gefühle. Leider hat er einen fragwürdigen "Nebenjob", von dem sie nichts weiß: Gemeinsam mit einem Kumpel filmen sie sich heimlich gegenseitig beim Sex mit Mädchen wie Sarah.
Und dann wäre da noch Sarahs 29-jährige Mutter, die mit ihrem Alter nicht klarkommt und das auch durch Sex kompensieren will. Dabei funkt sie sogar ihrer Tochter dazwischen: Sie hat ebenfalls ein Auge auf Lukas geworfen. Mutter und Tochter haben durchaus schon Liebhaber geteilt, aber hier will Sarah nichts abgeben - was ihre Mutter nicht respektiert.
"Little Thirteen" ist der Abschlussfilm von Regisseur Christian Klandt und sieben weiteren Diplomanden aus Potsdam-Babelsberg. Klandt zeichnet mit seinem durchdachten und spannend inszenierten Film ein eindringliches Bild der vielbeschriebenen, viel zu jungen "Generation Porno", die sich über eine exzessiv ausgelebte Sexualität definiert und dabei emotional auf der Strecke bleibt.
Die Schauspieler überzeugen mit großer Ausdruckskraft, allen voran die jungen Hauptdarsteller Muriel Wimmer und Antonia Putiloff. Ein starker Film, der mit viel handwerklichem Geschick glaubhaft von großen Gefühlen erzählt.
"Little Thirteen"
Drama, D 2012, Regie: Christian Klandt
fsk: ab 12 Jahre
Der Film startet u. a. im Filmmuseum Potsdam, Breite Str. 1.