Kinostart 5. Juli: «Zwei Tage New York»

02.07.2012 09:41 Uhr | Aktualisiert 05.07.2012 10:19 Uhr
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«2 Tage in New York»

«2 Tage in New York»

Von André wesche
Julie Delpy drehte mit „Zwei Tage in New York“ erneut einen unprätentiösen, warmherzigen Schwank, in dem sie den Culture-Clash zwischen Franzosen und Amis und sich selbst auf die Schippe nimmt.
Halle (Saale)/MZ. 

Julie Delpy („Before Sunrise“) ist nicht nur eine exzellente Schauspielerin mit einer Vorliebe für das unabhängige Kino, die französische Wahl-Amerikanerin hat sich auch als Drehbuchautorin und Regisseurin einen Namen gemacht. Delpys Debüt als Filmemacherin, die romantische Komödie „2 Tage Paris“, entstand vergleichsweise für ein Trinkgeld und traf trotzdem den Nerv eines großen Publikums.

Damals stellte die Filmheldin Marion (Delpy) ihrer Pariser Familie einen Lebensgefährten aus den USA vor. Sprachliche Defizite, kulturelle Unterschiede und Berührungsängste führten mit schöner Konsequenz ins französisch-amerikanische Armageddon. Nun wird die heitere Geschichte weitergesponnen. Die Fotografin Marion ist mit ihrem kleinen Sohn nach New York gezogen und hat dort den alleinerziehenden Journalisten Mingus (Chris Rock) kennengelernt. Die Patchwork-Familie teilt sich ein nettes Appartement, durch das schon sehr bald frischer Wind wehen wird. Ausgerechnet, als sich Marion auf die alles entscheidende Ausstellung ihrer Karriere vorbereiten muss, trudelt Besuch aus dem alten Europa ein. Vater Jeannot (Albert Delpy), Schwester Rose (Alexia Landeau) und deren Anhang Manu (Alex Nahon) treten wie Urgewalten auf. Marions Papa gibt sich lebensfroh, während Rose in knappen bis fehlenden Outfits allen Kerlen den Kopf verdreht. Und Manu ist einfach nur ein Schwachkopf, der kein Fettnäpfchen auslässt, wenn es darum geht, politische oder ethnische Gruppen zu brüskieren.

Julie Delpy greift mit großer Lust all die Klischees auf, die von den unterschiedlichen Kulturen gepflegt werden, und setzt daraus ein entlarvendes Puzzle der Voreingenommenheit zusammen. Gern gibt sich die Komödie „2 Tage New York“ auch etwas schlüpfrig, der Bogen wird aber nie überspannt. Delpy inszeniert ihre Geschichte voller Dynamik und Energie. Wortwitz und absurde Situationskomik gönnen dem Publikum keine Atempause.

Ausgerechnet der sonst so überdrehte Comedy-Star Chris Rock fungiert noch am ehesten als Ruhepol in diesem Film. So sieht kluge Unterhaltung aus.

"2 Tage New York"
Komödie, F 2012,
Regie: Julie Delpy
fsk: ab 12 Jahre
Der Film startet u. a. im LuxPuschkino Halle, Kard.-Albrecht-Str. 6.