Korrespondenzausstellung: Das Jenseits grüßt aus dem Mittelalter

11.08.2012 12:41 Uhr | Aktualisiert 23.08.2012 16:16 Uhr
Blick in die Krypta des Klosters in Memleben im Burgenlandkreis. (ARCHIVFOTO: C. MATTHES) 
Im Kloster Memleben (Burgenlandkreis) wird am Samstag eine Korrespondenzausstellung zur Kaiser-Otto-Landesschau in Magdeburg eröffnet. Sie widmet sich der Auseinandersetzung mit dem Tod im Zeitalter der Ottonen.
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Memleben/dpa/MZ. 

Dabei soll unter anderem mit historischen Exponaten und Dokumenten der Frage nachgegangen werden, wie sich die Menschen im Mittelalter das Jenseits vorstellten.

Es wird von Klöstern, Heiligen, Eingeweidegräbern, Friedhöfen, Almosen sowie Ängsten und Hoffnungen berichtet. Das Motto der Schau lautet «Wenn der Kaiser stirbt - Herrschertod im Mittelalter». Otto der Große starb im Jahr 973 in Memleben. Die Schau endet am 9. Dezember.

Für Memleben sei die Ausstellung ein kulturhistorischer Höhepunkt, den es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gegeben habe, meint Götz Ulrich, Verbandsgemeindebürgermeister und Vorstand der Kloster-Stiftung. Die Zahl der erhofften Besucher mag er indes nicht konkret benennen. "Wir hoffen auf unsere Chance, dass wir trotz der Entfernung zu Magdeburg gemeinsam mit den weiteren Korrespondenzstandorten Wallhausen und Tilleda zusammenwirken", so Ulrich. Zwei große Themen soll die Schau veranschaulichen: sowohl das Sterben im Mittelalter als auch die Geschichte von Memleben als Kaiserpfalz und bedeutsamer Ort während der Ottonenzeit.

Neben kulturinteressierten Individualtouristen werden Reisegruppen erwartet. Mit dem bekannten Reiseunternehmen Studiosus hat man einen Partner gewinnen können. Familien bilden eine weitere Zielgruppe. Denn vielfältig möchte sich das Museum präsentieren, verspricht Andrea Knopik: "Es wird keine reine Tafelausstellung mit langen Texten." Im Schauraum werden Filme gezeigt, es gibt einige Hörstationen, sogar eine Geruchsstation und sogenannte Erlebnispunkte, wie jene Bußwaage, mit der die Sünden abgewogen werden können. Eine CD mit Texten und Fotos wird zum Kauf angeboten.

Rund 188 000 Euro flossen in die Exposition. Das Land gab mehr als die Hälfte hinzu. Neben baulichen Maßnahmen am Ausstellungssaal, dem Dormitorium, wurde in Sicherheit und Klimatechnik investiert. In der "Schatzkammer" werden auf die Exponate abgestimmte Bedingungen herrschen. Die mittelalterlichen Stücke brauchen besonderen Schutz, der auch nachgewiesen werden muss. "Nur so konnten wir die Leihgaben bekommen", erklärt der Stiftungsvorstand.