Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). (FOTO: DPA)
Auf einem der Podien wurde über das Thema "Schlagzeilen ohne Atempause. Ethik und Medien" diskutiert: Wie weit darf man in der Berichterstattung gehen, ohne die Grenze der Ethik zu verletzen?
Günther von Lojewski merkte dazu an, dass die Journalisten bereits "Teilhaber der Macht" seien, eine Entwicklung, die er für höchst bedenklich hält - auch vor einer fortschreitenden Kommerzialisierung und dem Verlust der Distanz wurde gewarnt. In der Podiumsdiskussion zu "Zentralredaktionen. Der Sog der Hauptstadt" wollte Anita Grasse vom Deutschen Journalisten-Verband Thüringen Manfred von Thiens (Madsack) Ausführungen nicht recht glauben, dass durch eine Zusammenlegung von Redaktionen mehr Vielfalt bei weniger Redakteuren entstehen könne.
Robert von Heusinger (DuMont- Redaktionsgemeinschaft) verteidigte die Konzentration der Redaktionen von Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung, da es auf dem Zeitungsmarkt immer schwieriger werde, Gewinne zu erwirtschaften. Eines stellten beide aber klar: Im Mittelpunkt stünden immer die Interessen der Leserschaft. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig wünscht sich hingegen mehr Autoren mit Profil, die dem Leser im Gedächtnis bleiben. Bei der Frage "Wie viel Heimat braucht Globalisierung? Medien im Umbruch" brauchten Willi Steul (Deutschlandradio) und seine Gesprächspartner, darunter die Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt) und Stanislaw Tillich (Sachsen, beide CDU), 50 Minuten, um den Begriff Heimat zu definieren. Erst dann kam man auf die Medien zu sprechen.
Zwar bemerkte Haseloff, das Internet sei für eine Bindung an die Heimat nicht mehr wegzudenken, auf die Frage "Wie holt ein Land seine Jugend zurück?" erhielt eine Studentin aus Erfurt die Antwort, der Medienmarkt in Sachsen-Anhalt sei übersättigt.
Haseloffs Kollege Tillich hingegen will Fachkräfte nach Sachsen holen, die nicht zwingend von dort stammen müssen. Es scheint, als ersetze globales Denken die traditionelle Bindung an die Heimat.