Ludwig von Anhalt-Köthen: Warum ein Bronze-Fürst die DDR überlebte

29.04.2012 20:27 Uhr | Aktualisiert 08.01.2013 10:55 Uhr
Drucken per Mail
Ludwigs-Denkmal in Köthen

Das Ludwigs-Denkmal in Köthen auf einer Karte um 1910 ABBILDUNG: ARCHIV (FOTO: MZ)

In gewisser Weise gehört auch der Schlossplatz zum Köthener Schloss. Nicht zuletzt deshalb, weil dort das Denkmal des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen steht.
Köthen/MZ. 

Des Mannes also, der 1617 die Fruchtbringende Gesellschaft, auch Palmenorden genannt, mit aus der Taufe hob und der ihr über die gesamte schwierige Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit diplomatischem Geschick der beste "Chef" war. Sein Denkmal bekam Ludwig erst am Anfang des 20. Jahrhunderts, und es ist erstaunlich, dass der Bronze-Fürst nicht der Bilderstürmerei nach dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fiel, wie es mit anderen Fürstenbildnissen geschah.

Dazu gibt es eine Anekdote, deren Wahrheitsgehalt schwer überprüfbar ist, die es aber wert ist, erzählt zu werden. Es soll nach Kriegsende ein russischer Offizier zusammen mit einem Einheimischen auf Tour durch Köthen gegangen sein, um die Stadt nach abschaffungswürdigen Relikten zu durchmustern. Als der Sowjetsoldat den Ludwig sah, wollte er wissen, was es mit diesem auf sich habe. Dem Stadtführer fiel nichts Besseres ein, als gebrochen etwas in Richtung Palme und Fruchtbringen zu erklären, worauf sich das Gesicht des Offiziers aufgehellt haben soll: "Ah, Kolchosnatschalnik!", habe er gerufen und: "Kann bleiben stehen."

Schloss Köthen - Museum und Bachgedenkstätte