Ludwigshafen: «Siegfried» wird ein Held für Kinder

Uhr | Aktualisiert 13.09.2012 21:09 Uhr
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Ein magisches Schwert, ein tapferer Held, ein böser Drache und die große Liebe: Von der Story her hat Richard Wagners Oper "Siegfried" durchaus das Zeug, auch Kinder und Jugendliche mitzureißen.Ludwigshafen zeigt ein Schattentheater-Projekt.
ludwigshafen/dapd. 

Ein magisches Schwert, ein tapferer Held, ein böser Drache und die große Liebe: Von der Story her hat Richard Wagners Oper "Siegfried" durchaus das Zeug, auch Kinder und Jugendliche mitzureißen. Doch das rund 370 Minuten lange Musikdrama gilt selbst unter Opernfans als schwere Kost. In Ludwigshafen bringen Kinder und Jugendliche am 23. September die komplette Oper in einer 70-minütigen Kurzfassung auf die Bühne, die ganz ohne Worte auskommt - als Schattentheater und zur Originalmusik, die gemeinsam von Profimusikern der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und Musikschülern gespielt wird.

"Achtjährige Kinder in eine fünfstündige Oper zu setzen, ist selbst für Opern-affine Familien schwierig", sagt Regisseurin Eva Adorjan. Ziel der Inszenierung von "Siegfried!... Ohne Worte" sei es, eine Version für die ganze Familie zu entwickeln. Auf der Bühne werden elf Nachwuchsschauspieler stehen, die in wechselnden Rollen "Siegfried" als Schattentheater erzählen. Das Grundkonzept lieferte der Ludwigshafener Intendant Hansgünther Heyme (Foto). "Er kennt von uns allen die Oper am besten", sagt die Koordinatorin des Projekts "Ring Halle Ludwigshafen", Janina Hannig. Der renommierte Regisseur inszeniert derzeit alle vier Teile der Wagner-Operntetralogie in Halle und Ludwigshafen. Für die Kinderfassung kürzte Heyme "Siegfried" deutlich ein und konzentrierte sich dabei auf die Hauptgeschichte vom jungen Siegfried, der mit einem magischen Schwert einen Drachen tötet und zu seiner großen Liebe Brünnhilde findet.

Man habe den Strang aus der Geschichte gezogen, der für die Kinder verständlich sei, erläutert Adorjan. Seitenstränge, in denen etwa der Gott Wotan oder der Schmied Mime die Hauptrolle spielten, seien weggefallen. "Achtjährige brauchen eine klare Identifikationsfigur", sagt die Regisseurin. Sie wolle die Geschichte so erzählen, dass Kinder sie verstehen - auch ohne Vorbereitung.

Eine Besonderheit des Projekts sei, dass Kinder und Jugendliche die Aufführung selbst bestreiten und im Orchester sitzen, sagt Hannig. Auch die Inszenierung als Schattentheater sei einzigartig - sie habe bundesweit nichts Vergleichbares gefunden.