Auf der Wartburg übersetzte Martin Luther die Bibel ins Deutsche. (FOTO: DPA)
Der in Sachsen-Anhalt
ansässigen Lutherweg-Gesellschaft beigetreten
sind Thüringen und Sachsen bereits. Jetzt
haben sich die drei Bundesländer auf dem evangelischen
Kirchentag in Dresden erstmals auch gemeinsam
präsentiert. "Wir sind einen Schritt weiter",
freut sich Elke Witt, Geschäftsführerin der
"Tourismusregion Anhalt-Dessau-Wittenberg".
Geradezu "begeistert" habe Thüringens Ministerpräsidentin
Christine Lieberknecht (CDU) auf den Info-Stand
der Sachsen-Anhalter reagiert. Schließlich
hatte man dort die eigentliche Zielgruppe
in Reinkultur vor sich. Für diese Leute gehe
es nicht nur darum, dass der Reformator "gern
und gut gegessen hat, sondern um Inhalte".
Was diese Inhalte betrifft, so wird Witt nicht
müde zu betonen, "dass der Lutherweg mit Leben
gefüllt werden muss". Der 410 Kilometer lange
und 2008 eröffnete Rundkurs in Sachsen-Anhalt
sei da gut ausgestattet. Thüringen und Sachsen
zögen gerade nach. In Zukunft werde es darum
gehen, sich gemeinsam zu präsentieren, auch
wenn Angebote verschieden sein können. Zu
den besonderen Offerten für eine inhaltliche
Ausgestaltung der Orte entlang der Routen
gehört neben den bereits vorhandenen christlichen
und spirituellen Angeboten sicher die Initiative
"Kultur auf dem Lutherweg".
Dahinter stehen der Verein "WittenbergKultur", die Tourismusregion Anhalt-Dessau-Wittenberg mit der Lutherweg-Gesellschaft und die Stiftung Luthergedenkstätten. Eine Machbarkeitsstudie, so Witt, liege vor. Noch nicht gefunden sei eine geeignete Organisationsform. Gleichwohl gibt es bereits ein erstes Vorhaben: Die neue Open-Air-Theaterproduktion der Bühne Wittenberg "Gottes Narr und Teufels Weib" gilt als Pilotprojekt für die Reihe "Kultur auf dem Lutherweg". Nach ihrer Premiere in Wittenberg soll sie zwischen dem 18. und 24. Juli auf Tournee gehen.
Wie es dazu seitens der Bühne Wittenberg heißt, habe Kulturstaatsminister Bernd Neumann finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Von einer guten Möglichkeit, mit der Veranstaltungsreihe nach außen das touristische Image zu stärken, sprach vor einiger Zeit der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten, Stefan Rhein. Und nach innen könnte das Vorhaben identitätsstiftend wirken. Anders als bei den großen Projekten könnten hier auch Initiativen vor Ort eingebunden werden.
Um noch einmal auf den Lutherweg zurückzukommen: Allein in Sachsen-Anhalt umfasst er 40 Stationen, die zu erkunden sich wachsender Beliebtheit erfreue. Witt spricht von 6000 Anfragen seit 2008: "Und es reißt nicht ab."