Luther-Tourismus: Drei Länder machen sich auf den Weg

09.06.2011 20:21 Uhr | Aktualisiert 09.06.2011 21:18 Uhr
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Wartburg

Auf der Wartburg übersetzte Martin Luther die Bibel ins Deutsche. (FOTO: DPA)

Von CORINNA NITZ
Der in Sachsen-Anhalt ansässigen Lutherweg-Gesellschaft beigetreten sind Thüringen und Sachsen bereits. Auf dem evangelischen Kirchentag in Dresden haben sie sich erstmals auch gemeinsam präsentiert.
WITTENBERG/MZ. 

Der in Sachsen-Anhalt ansässigen Lutherweg-Gesellschaft beigetreten sind Thüringen und Sachsen bereits. Jetzt haben sich die drei Bundesländer auf dem evangelischen Kirchentag in Dresden erstmals auch gemeinsam präsentiert. "Wir sind einen Schritt weiter", freut sich Elke Witt, Geschäftsführerin der "Tourismusregion Anhalt-Dessau-Wittenberg".

Geradezu "begeistert" habe Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) auf den Info-Stand der Sachsen-Anhalter reagiert. Schließlich hatte man dort die eigentliche Zielgruppe in Reinkultur vor sich. Für diese Leute gehe es nicht nur darum, dass der Reformator "gern und gut gegessen hat, sondern um Inhalte".

Was diese Inhalte betrifft, so wird Witt nicht müde zu betonen, "dass der Lutherweg mit Leben gefüllt werden muss". Der 410 Kilometer lange und 2008 eröffnete Rundkurs in Sachsen-Anhalt sei da gut ausgestattet. Thüringen und Sachsen zögen gerade nach. In Zukunft werde es darum gehen, sich gemeinsam zu präsentieren, auch wenn Angebote verschieden sein können. Zu den besonderen Offerten für eine inhaltliche Ausgestaltung der Orte entlang der Routen gehört neben den bereits vorhandenen christlichen und spirituellen Angeboten sicher die Initiative "Kultur auf dem Lutherweg".

Dahinter stehen der Verein "WittenbergKultur", die Tourismusregion Anhalt-Dessau-Wittenberg mit der Lutherweg-Gesellschaft und die Stiftung Luthergedenkstätten. Eine Machbarkeitsstudie, so Witt, liege vor. Noch nicht gefunden sei eine geeignete Organisationsform. Gleichwohl gibt es bereits ein erstes Vorhaben: Die neue Open-Air-Theaterproduktion der Bühne Wittenberg "Gottes Narr und Teufels Weib" gilt als Pilotprojekt für die Reihe "Kultur auf dem Lutherweg". Nach ihrer Premiere in Wittenberg soll sie zwischen dem 18. und 24. Juli auf Tournee gehen.

Wie es dazu seitens der Bühne Wittenberg heißt, habe Kulturstaatsminister Bernd Neumann finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Von einer guten Möglichkeit, mit der Veranstaltungsreihe nach außen das touristische Image zu stärken, sprach vor einiger Zeit der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten, Stefan Rhein. Und nach innen könnte das Vorhaben identitätsstiftend wirken. Anders als bei den großen Projekten könnten hier auch Initiativen vor Ort eingebunden werden.

Um noch einmal auf den Lutherweg zurückzukommen: Allein in Sachsen-Anhalt umfasst er 40 Stationen, die zu erkunden sich wachsender Beliebtheit erfreue. Witt spricht von 6000 Anfragen seit 2008: "Und es reißt nicht ab."