MDR-Festivalsommer: Sputnik fliegt ins Fernsehen

10.07.2012 20:19 Uhr | Aktualisiert 10.07.2012 21:07 Uhr
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Thees Uhlmann rockt die Altmark

Thees Uhlmann rockt die Altmark. (FOTO: MDR/STEPHAN FLAD)

Von andreas montag
Die Dreiländeranstalt holt das Radio auf den Bildschirm und zeigt Konzertmitschnitte. Hörfunkchef Johann Michael Möller (56) und Wolf-Dieter Jacobi (46), der beim Mitteldeutschen Rundfunk für das Fernsehen zuständig ist, freuen sich über ihr gemeinsames Kind: den "Sputnik Festivalsommer".
Halle (Saale)/MZ. 

Ein Thema, zwei Direktoren - der Einsatz des MDR-Führungspersonals spricht dafür, wie wichtig man in der Dreiländeranstalt den Gegenstand nimmt. Hörfunkchef Johann Michael Möller (56) und Wolf-Dieter Jacobi (46), der beim Mitteldeutschen Rundfunk für das Fernsehen zuständig ist, freuen sich über ihr gemeinsames Kind, das eben dabei ist, das Laufen zu lernen: den "Sputnik Festivalsommer".

Heute Abend wird es zu jugendgemäß vorgerückter Stunde, um 23.35 Uhr, bereits den zweiten Teil der neuen Reihe geben, die eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Radio- und Fernsehmacher des Senders ausgetüftelt und schneller als gedacht an den Start gebracht hat. Eigentlich sollte es erst 2013 losgehen. "Wir waren selber überrascht, wie gut die Zusammenarbeit funktioniert", sagt Möller und lobt die Erfahrung, dass Kollegen, die es vorher nicht taten, in einem Team zusammenarbeiten. Eine Erfolgsgeschichte vor allem auch in eigener Sache, findet Möller: "Dass wir als Haus die Kraft dazu haben."

Das Anliegen der MDR-Manager ist klar umrissen: "Wir wollen junge Angebote für die ARD anschieben", sagt Jacobi, "aber wir werden ein solches Angebot niemals bekommen, wenn wir im MDR nicht selbst welche schaffen."

Dahinter steht die Hoffnung auf einen ARD-Jugendkanal, über den in jüngster Zeit viel diskutiert worden ist. Noch aber ist nichts klar - nur, dass man das Projekt wohl gemeinsam mit dem ZDF auf den Weg bringen wird.

Bis dahin wird allerdings noch eine Weile vergehen, einstweilen zählt, womit sich der MDR ein jugendliches Publikum erobern will. "Das Programm soll bewusst die Jüngeren ansprechen, die unter 30-Jährigen", sagt Jacobi.

Von einer Mischform, die auch die Älteren mitnehmen könnte, halten er und sein Hörfunkkollege Möller in diesem Fall nichts. Der Erfolg der ersten Sendung, die am 27. Juni über den Sender ging und Mitschnitte vom "Sputnik Spring Break"-Festival bot, gibt dem Konzept Recht. Der Marktanteil lag nach Senderangaben bei 6,5 Prozent, Jacobi hatte nur mit der Hälfte an Zuschauern gerechnet. In Sachsen lag der Marktanteil beim Start sogar bei zehn Prozent, was wohl am Auftritt der Chemnitzer Band Kraftklub gelegen haben dürfte, die im letzten Jahr einen regelrechten Senkrechtstart hatten.

Die eigens für den "Sputnik Festivalsommer" gegründete Arbeitsgruppe werde bestehen bleiben, sagt Jacobi. Sie tagt im Zweiwochentakt in Leipzig und hat weitere Formate auf dem Zettel, die entwickelt werden sollen. Den Vorteil des Teams sieht Jacobi zum einen darin, dass es nicht so stark von Hierarchien geprägt und mit Mitgliedern aus verschiedenen Arbeitsbereichen des Senders besetzt ist, darunter der Wellenchef von MDR-Sputnik und Kollegen vom Kinderkanal. Letztere haben mehrjährige Erfahrung in senderübergreifender Kooperation, das Programm wird ja für ARD und ZDF gemeinsam produziert und speist seine Angebote aus vielen Quellen.

Einstweilen freuen sich die MDR-Verantwortlichen über den erfolgreichen Start ihres "Sputniks" im Fernsehen, die Sendungen werden auch vom ARD-Spartensender Einsfestival übernommen und erlangen so eine bundesweite Verbreitung.

Ein Lebenszeichen vom MDR, der sich im Übrigen mit der regionalen Ausrichtung seines "Programms von hier" (Jacobi) als Alleinstellungsmerkmal gegen die Flut der digitalen Angebote auf dem Fernsehmarkt behaupten will.

Heute um 23.35 Uhr zeigt der MDR ein "Best of" vom Festival "Made in Germany" am 29. Juni in Osterburg (Altmark) mit Tim Bendzko und Thees Uhlmann.