Nadia Mladjao nennt sich Imany und macht bewegenden Soul. (FOTO: THINKZIK)
Umso mehr prägt die Stimme von Nadia Mladjao, die sich den Künstlernamen Imany gegeben hat, dieses Album, das in der aktuellen Veröffentlichungflut auffällt wie ein Seiltänzer über den Niagarafällen. Soul macht die 33-Jährige, die ursprünglich von den Komoren kommt und heute in Paris lebt. Und was für Soul! Mal poppig wie in "Seat with me", mal akustisch wie in "Pray for your help", immer aber ruhig und wie aus der Zeit gefallen singt sie von Verletzungen, von Gefühlen und von der steten Flucht vor den dunklen Seiten des Lebens.
Der Weg bis nach Deutschland war kein einfacher für das Ex-Model, das es nach Jahren im Modegeschäft eines Tages satt hatte, immer nur als Kleiderbügel zu dienen. Von New York ging sie zurück nach Frankreich, sie wählte sich den Namen Imany, zu deutsch "Glaube", und begann, Musik als ernsthafte Aufgabe zu betreiben. Drei Jahre und ungezählte Konzerte in kleinen Klubs und Diskotheken dauerte es noch, bis "You will never know" in Frankreich, Griechenland und der Schweiz ein Hit wurde und die Plattenfirma es wagte, Imany auch nach Deutschland zu bringen.
Hier ist sie nun, weicher als Macdonald, erdiger als Tracy Chapman, geschmackvoller als Winehouse. Pop wie poliert, Soul zum Ankuscheln. Beim Schlussstück "Take care" singt ein Kinderchor mit und Imany wechselt ins Komorische. Was sie singt, versteht dennoch jeder.
stk