Gäste verfolgen im Dom von Ratzeburg den Gottesdienst, mit dem die evangelische Nordkirche feierlich gegründet wird. (FOTO: DPA)
Mit einem Gottesdienst im Ratzeburger Dom ist am Sonntag die neue Nordkirche feierlich gegründet worden. Bundespräsident Joachim Gauck wurde vor dem Dom von den fünf Bischöfen der neuen evangelischen Landeskirche begrüßt. Diese sprachen im Gottesdienst gemeinsam eine Erklärung als Gründungszeremonie. Erstmals seit der Wiedervereinigung haben sich damit Landeskirchen aus Ost- und Westdeutschland zusammengeschlossen.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland - so der offizielle Name - entstand aus der Fusion der nordelbischen, der mecklenburgischen und der pommerschen Kirche. Mit fast 2,3 Millionen Christen ist die Nordkirche die fünftstärkste Landeskirche der jetzt noch 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Diese zählen zusammen 24 Millionen Christen. Die neue Landeskirche reicht von Flensburg bis zur polnischen Grenze. Der Einigungsprozess dauerte fünf Jahre.
Der mecklenburgische Bischof Andreas von Maltzahn erinnerte in seiner Predigt an die friedliche Revolution in der DDR 1989 als Verpflichtung für die Zukunft. Die Kirche müsse die Demokratie stärken und zugleich auf Gerechtigkeitslücken in der Gesellschaft hinweisen. „Wir haben damals entdeckt: „Wir sind das Volk“ (...) Wir haben das bleierne Kleide der Unfreiheit abgestreift. (...) Seitdem wissen wir: Die Verhältnisse müssen nicht bleiben, wie sie sind“, betonte Maltzahn.