Puppentheater Halle: Wie man mit Witz ein Monster sucht

07.05.2012 19:39 Uhr | Aktualisiert 07.05.2012 19:47 Uhr
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Steffi König

Steffi König spielt in «Max und das Monster». (FOTO: GERT KIERMEYER)

Von Claudia Crodel
Das Puppentheater Halle zeigt ein fantasievolles Stück von Christian Weise. Puppenspielerin Steffi (Steffi König) erzählt mit ihrer Guckkastenbühne die Geschichte "Max und das Monster".
Halle (Saale)/MZ. 

Wenn einer mitten in der Theatervorstellung von seinem Platz aufsteht und sich Reihe für Reihe bis vor zur Bühne kämpft, wenn er dann noch anfängt zu husten, zu essen und mit dem Handy zu telefonieren, dann kann das ganz schön nerven.

Im neuen Stück des Puppentheaters Halle "Max und das Monster", das von Christian Weise stammt und auch von ihm inszeniert wurde, ist das so. Puppenspielerin Steffi (Steffi König) erzählt mit ihrer Guckkastenbühne (Bühne und Kostüme: Julia Oschatz) die Geschichte von Max, der wegen einer Dummheit ohne Abendbrot ins Bett geschickt wird, dessen Zimmer sich nachts in einen Wald verwandelt und der auf ein Monster trifft. Wenn der Zuschauer so richtig in der Geschichte drin ist, hat Hannes (Hannes Benecke, der auch die Puppen gebaut hat) seine Störung auf die Spitze getrieben.

Was dann folgt, ist alles andere, als das, was der Zuschauer erwartet. Die Alternativen lauten: Abbruch der Vorstellung oder etwas ganz Neues beginnen. Die beiden Akteure, die sich anfangs so gar nicht einig sind, nutzen ihre Chance. Das Publikum bekommt zwar keine durchgehende Geschichte mehr geboten, dafür aber Szenen voller Witz und köstliche Slapstickeinlagen, dabei durchaus zum Nachdenken anstiftend, aber niemals aufgesetzt.

In das Spiel werden alle möglichen Dinge einbezogen. Aus einer alten Waschschüssel, einem Toilettendeckel und anderen Dingen entsteht eine Rakete. Auf einem Brett mit Spiegelfolie wird mit einem Schreibtischstuhl ein furioser Raketenstart herbeigeführt, riesige Kissen, Vorhang und Pappteile werden zum Monster.

Die Inszenierung bedient sich ganz der Art und Weise, wie Kinder meist spielen: Sie haben eine Idee, fangen an, kommen richtig in fantasievolle Fahrt, wissen plötzlich nicht mehr weiter oder geraten ins Streiten und beginnen etwas ganz Neues oder wechseln einfach die Richtung. So kommt es, dass Max, die einzige Puppenfigur, die aus dem ursprünglichen Stück übrig geblieben ist, auf einen Waldplaneten gelangt. Dort befragt der Wolf ihn zu seinen Ängsten. Es wird wunderbar mit Farbe herumgeschmiert. Auf einer Party treiben sich Bekannte aus Politik, Film und Fernsehen herum, von der Disney-Prinzessin über den Teenie-Star Justin Bieber bis hin zum amerikanischen Präsidenten Barak Obama und Michael Jackson. Auch Spongebob-Schwammkopf taucht auf, verbreitet aber weniger heitere Stimmung: Er überlegt, ob es einen Gott gibt oder nicht. Er hat nämlich Wissensbücher gelesen und kennt sich somit bei dem Thema aus.

Natürlich begegnet Max auch dem Monster und redet mit ihm über die Liebe. Am Ende der kurzweiligen Inszenierung wird das Stück manchem Zuschauer vielleicht nur ein wenig zu schnell vorübergegangen sein.

Die nächsten Vorstellungen beginnen am 12. Mai um 18 Uhr sowie am 13. Mai um 16 Uhr.