Richard Wagners «Ring»: Jelinek lässt Brünnhilde sprechen

23.05.2012 19:07 Uhr | Aktualisiert 23.05.2012 19:18 Uhr
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Elfriede Jelinek

Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek (FOTO: DPA)

Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat einen Bühnenessay zu Richard Wagners "Ring des Nibelungen" geschrieben. Der 130 Seiten starke Text der österreichischen Autorin soll am 1. Juli in einer "Urlesung" während der Münchner Opernfestspiele erstmals präsentiert werden. Der Titel: "Rein Gold".
münchen/dpa. 

Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat einen Bühnenessay zu Richard Wagners "Ring des Nibelungen" geschrieben. Der 130 Seiten starke Text der österreichischen Autorin soll am 1. Juli in einer "Urlesung" während der Münchner Opernfestspiele erstmals präsentiert werden. Der Titel: "Rein Gold".

Angaben der Bayerischen Staatsoper zufolge handelt es sich um eine Annäherung an Wagners Mammutwerk, ausgehend vom großen Dialog zwischen Brünnhilde und dem Göttervater Wotan im dritten Akt der "Walküre". Jelineks Text soll eine "Verbindung zwischen Mythos, Wagner und Gegenwart" schaffen. Der Essay beginnt der Staatsoper zufolge so: "Brünnhilde: "Ich versuche also zu präzisieren, das ist ein etwas delikates Gebiet, es fällt mir schwer. Also. Papa hat sich diese Burg bauen lassen, und jetzt kann er den Kredit nicht zurückzahlen. Eine Situation wie in jeder zweiten Familie."

"Für unsere Beschäftigung mit dem Ring ist es ein besonderes Glück, dass ich Elfriede Jelinek bewegen konnte, meiner Einladung zu folgen und einen Text zu schreiben. Daraus wurde ein großartiges Werk, das die Themen von Wagners Tetralogie in unsere Gegenwart holt", betonte Opernintendant Nikolaus Bachler, der in Wien bereits mehrfach mit Jelinek zusammen gearbeitet hat. Der Regisseur Nicolas Stemann wird die Lesung am 1. Juli im Prinzregententheater mit einer Performance aus Lesung und Gesang gestalten. Mit dabei sind unter anderem Birgit Minichmayr, Hildegard Schmahl und Sebastian Rudolph.

Die Staatsoper plant rund um Wagners "Ring" ein umfangreiches Rahmenprogramm. Unter anderem will der US-Fotograf Spencer Tunick eine Installation mit 1 000 nackten Menschen und dem Titel "Der Ring" zeigen.